Steigerung der Medikamentendosis

mezeg, München, Wednesday, 04.02.2015, 17:33 (vor 4211 Tagen) @ kathilein0504

Mezeg, hattest du nochmal Anfälle oder bist du seit Lamo anfallsfrei? :-)

also... Zuerst langsam (25 mgr mehr jede zweite Woche) auf 100 mgr kommen. Dann wollte ich eine undefinierte "Pause" machen, einfach eine Weile so bleiben, die Akzeptanz fiel mir schwer. Der Neurologe war nicht begeistert, betonte aber daß er seine Stellung als "Berater" versteht. Sollte ich auf halber Dosis doch sechs Monate anfallfrei bleiben, dann wäre es doch die für mich richtige Dosis.

2 1/2 Monate später nach starkem emotionalen Streß und bei drückender Hitze GM-Anfall. Hatte plötzlich im Bad das Gefühl, daß mein Kreislauf komplett absackt, setzte mich auf die Badewannenkante und wachte im Bett wieder auf. Ich wollte anfangen doch auf die volle Dosis zu klettern, fühlte mich aber die ersten Tage nicht wohl und gab auf: Ferienzeit, ohne greifbaren Neurologen wollte ich nicht auf Risiko gehen.

Dann 2 Monate später wieder GM nach akutem Streß, wurde ins Krankenhaus gefahren. Eigentlich gegen meines Willens, mußte aber das heftige durchdrängende Reden der älteren Tochter unbedingt endlich entkommen. Ging am nächsten Morgen mit dem KH-Bericht zum Neurologen. Viel zu diskutieren gab es nicht, mir war klar, daß ich die volle Dosis 100 - 0 - 100 nehmen muß. Er machte mir auch keine Vorwürfe.

4 Monate danach hat er auf 125 - 0 - 125 erhöht, weil mir viel zu oft etwas in der "Gehirnsuppe" schwamm. Diese neue volle Dosis hat mir den Schlaf geraubt, fast bis zur Erschöpfung. Ich dachte, umgestellt werden zu müssen und nahm an diesem Abend nur 100 mgr und schlief viel besser - oder weniger schlecht - . Der Neurologe überwies mich von sich aus zu einem Epileptologen, Termin etwa drei Monate später. In der Zeit blieb ich auf Lamo 125 - 0 - 100.

Bei dieser tieferen Untersuchung erfuhr ich, daß der von OP betroffene Bereich etwas langsamer reagiert, was meine gelegentlichen Sprachblockaden erklärt. Es wurde beim Sprachzentrum geschnipselt. Der Epileptologe sagte auch, ich könnte 150 - 0 - 100 nehmen, meine Epilepsie nach OP erfolgt nur tagsüber, Lamotrigin muß nicht symetrisch genommen werden.

Also war ich bereit 150 - 0 - 100 zu nehmen, hoffend, daß der Schlaf nicht gestört würde. Der Neurologe sagte aber auf 125 - 0 - 100 bleiben, weil ich doch seit einem Jahr keine GM-Anfälle mehr hatte, die Dosis sei also für mich die Richtige.

Der letzte GM-Anfall erfolgte Anfang Oktober 2011. Ich bekomme nur noch kleine "Störungen": Unwohlsein, leichte Übelkeit, "verschwommenen" Erinnerungen, eventuell "speech arrest", etwas Müdigkeit danach. Immer seltener, immer blasser, immer beim vollen Selbstbewußtsein, ich tue nichts, was mir oder anderen schaden könnte. Die Denkmaschine stottert nur etwas. Wenn ich mich nicht epileptisch wüßte, würde ich es bestimmt nicht als solche erkennen.

Mit Lamotrigin seit 3 1/2 Jahren vollkommen GM-anfallfrei, Störungen immer harmloser. Es war aber ein langer Weg bis zur Akzeptanz, die schließlich eine äußerst wichtige Rolle spielt.

Und wenn es bei Deinem Freund mit Lamotrigin nicht funktioniert, gibt es noch eine ganze Palette an anderen Mitteln. Aber Geduld und Durchhaltevermögen schon investieren.

Alles Gute
mezeg


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