Seit 5 Jahren Epileptiker, vor 5 Tagen erfahren

GoAnGo, Tuesday, 26.05.2015, 17:21 (vor 4100 Tagen)

Hallo liebe Mitglieder von epilepsie-online.de !

Ich bin durch meine Suchmaschine auf euer Forum gestoßen. Ich würde mich gerne vorstellen. Mein Name ist Andrés, ich bin sechszehn Jahre alt (werde übermorgen siebzehn) und komme aus dem kühlen Norden unseres schönen Landes.
Seit ungefähr 5 Jahren klage ich über komische Zustände, in denen ich mich an seltsame Gespräche erinnere und mir schlecht wird. Es ist als würde ich diese Zustände kommen spüren. Meine Sicht verändert sich, wird leicht verschwommen, meine Stimmung ändert sich auf einen Schlag, wenn ich vorher fröhlich war, bin ich auf einmal irgendwie.. nunja geknickt ist das passendste Wort das mir dazu einfällt. Ich höre die Stimme von einem Gespräch, das ich meine vor langer Zeit geführt zu haben. Ich meine auch, es sei oft die Stimme meines Bruders. Ich meine es eben nur, weil ich es nicht weiß, ich kann mich nicht erinnern, was er sagt oder ob es überhaupt wirklich er ist. Ich weiß nur dass ich mir denke, ich habe dieses Gespräch schoneinmal geführt. Außerdem bekomme ich einen komischen Geschmack im Mund. Das mit dem Geschmack weiß ich so genau, weil ich diesen Zustand mal beim Rauchen einer Zigarette hatte. Ich hab versucht, weiter zu rauchen. Erstmal fiel es mir extrem schwer meinen Arm zu meinem Mund zu heben und zweitens schmeckte die Zigarette komplett anders als vorher ! (daraufhin musste ich die Kippe einfach wegschmeißen, es war zu eklig)
Nach diesem Gefühl der Vorahnung setzt die Übelkeit ein, sie beginnt in der Magengegend und zieht hoch in meinen Kopf. Mit ihr kommt ein Gefühl der Hitze. Die komplette Hitze steigt mir in den Kopf und ich muss mich imens konzentrieren. Ich beiß dann richtig die Zähne zusammen und krieg durch die Konzentration und diese Hitze kaum was mit von meiner Umwelt. Wenn in diesem Zustand jemand auf mich einredet, würde ich zwar mitkriegen, dass er mir was sagt, aber was er sagt.. Davon hätt ich dann keinen Schimmer. Die Übelkeit übernimmt dann quasi die Überhand und ich muss würgen.. manchmal übergeb ich mich dann auch, meistens aber nicht. Nach dem Würgen ist es vorbei. Ich bin dann leicht erschöpft, vorallem aber schlecht gelaunt. Diese Zustände hab ich manchmal 10 Mal am Tag, manchmal nur nachts und manchmal mehrere Wochen garnicht. Ich hab es lange für mich behalten, wenn ich diese Zustände hatte. In der Schule hat es keiner mitgekriegt, außer er hätte mich direkt beobachtet, mit entsprechendem Vorwissen. Als diese Zustände anfingen, habe ich davon erzählt. Wir waren auch ewig oft bei irgendwelchen verschiedenen Ärzten. Ich hatte zu der Zeit auch eine Borrelliose, weshalb ich diese Zustände als Schwächeanfälle, bedingt durch die verdammte Zeckenkrankenheit, abstempelte. Irgendwann hab ich mir einfach keine Sorgen mehr gemacht und niemandem davon erzählt, sie einfach als Teil meines Alltags akzeptiert. Letzten Montag wurde es aber extrem schlimm, ich hab mich an dem Tag auch vier oder fünf mal wirklich übergeben. Ich hatte an dem Tag wirklich zehn dieser Zustände, Rekordzahl bisher. Meine Mutter hat mich in das Uniklinikum einweisen lassen, da sie nun auf die Idee kam, es könne sich um etwas neurologisches handeln. Ich bekam auch direkt einen Termin fürs MRT und für ein Schlafentzugs- EEG. Die Ärzte halten es für einen epileptischen Anfall, ausgelöst aufgrund einer Fehlbildung oder ähnlichem im linken Temporallappen. Dort hat sowohl das MRT als auch das EEG epilepsietypische Auffälligkeiten gezeigt. Am Freitag habe ich einen neuen Termin zur genaueren Ursachenbestimmung mithilfe einer weiteren MRT Aufnahme. Bis dahin versuche ich soviel wie möglich über Epilepsie in Erfahrung zu bringen. Ich möchte verstehen, was da eigentlich in meinem Kopf vor geht und ob es überhaupt eine Epilepsie sein muss. Was wäre, wenn die Zustände psychosomatischen Ursprungs wären ? Wieso treten die "Anfälle" bei mir so häufig auf ? Hat jemand ähnlich verlaufende Anfälle?? Ich habe soviele Fragen, die mir hier hoffentlich jemand beantworten kann und möchte !
Achja, noch hinterher, mein lieber Herr Doktor behandelt die Epilepsie jetzt mit Lamotrigin, auf welches ich mich jetzt sechs Wochen lang hochdosieren muss. Es ist jetzt auch Zeit für die nächste Dosis.. Bitte helft mir meine Neugierde zu stillen ! Ich bin stets wachsam auf kommende Antworten !

Andrés


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