Kennt ihr das auch?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 08.08.2015, 10:55 (vor 4026 Tagen) @ Vanessa1802

Dann wurde ich wieder mit Medikamenten eingestellt, hatte allerdings trotzdem ein Jahr später einen Anfall. Immer nur in großen absträngen, immer war 0,5-1 Jahr abstand dazwischen. Darauf hin hatte ich die Medikamente wieder abgesetzt unterwandertem wegen den Nebenwirkungen.

Einfach absetzen ist selten eine gute Idee. Wenn ein Medikament für einen nichts bringt und/oder Nebenwirkungen zu stark auftreten, sollte man mit seinem Neurologen besser auf ein anderes Präparat umstellen (es gibt inzwischen so viele Wirkstoffe mit unterschiedlichsten Wirkmechanismen, da stehen die Chancen gut, dass man etwas für sich passendes findet; kann nur etwas frustrierend sein, weil man's oft nach dem Prinzip Versuch und Irrtum suchen muss). Hab selbst drei Wirkstoffe "ausgetestet". Einer war die reinste Nebenwirkungshölle, der andere hat so wenig gebracht, wie er nebenwirkungsarm war und mit dem jetzigen hab ich weder Nebenwirkungen, noch Anfälle und werde im Herbst dank diesem mein Studium ganz normal wie jeder andere meiner Kommilitonen abschließen können.

In letzter zeit werden die abstände kleiner, ...

Sowas kann vorkommen, wenn man die Anfälle nicht "in den Griff bekommt". Du musst Dir vorstellen, unser Gehirn hat einen Schutzwall wie einen Deich an der Küste. Und wenn eine Sturmflut kommt und drüberschwappt, wird davon etwas abgetragen - und das mit jedem Anfall. Und wenn der Deich schneller abgetragen wird, wie er repariert werden kann, schwappt irgendwann das Wasser auch schon bei einem leichten Sturm drüber. Da ist der Gang zum Facharzt angezeigt.

... ich habe öfter Probleme mir etwas zu merken ...

Gedächtnisprobleme können z.B. dadurch auftreten, dass irgendwo im hintersten Winkel Deines Hirns Dein Anfallsherd ständig dazwischenfunkt und "störfeuer" aussendet, auch ohne dass Du selbst eine Außenwirkung spürst.

... und was mich besonders verunsichert wenn ich abends aus war und schon mal was getrunken habe ...

Schlafmangel und Alkohol sind beides Faktoren, die das Anfallsrisiko steigern können (können, nicht müssen), aber ich würde stark vermuten, dass das dann auf Dich zutrifft. Da kann es helfen, sicherzustellen, dass man vorm Ausgehen richtig ausgeruht ist und danach ordentlich ausschlafen kann. Außerdem kann man Bier, etc. heute selbst bei uns auf Studentenparties durch entsprechende alkoholfreie Varianten ersetzen.

... kann es sein das ich am nächsten Tag eine Weile verschwommen sehe und wie ein " Blitz " in meinem Kopf einschlägt so das ich mit dem Körper zucke aber nicht umfalle kennt ihr so was auch ?

Diese Anfälle aus verschwommenen Sehen und Zuckungen einzelner Muskelgruppen würde ich persönlich in die Gruppe der einfach fokalen, epileptischen Anfälle einordnen. Dabei bleibt zwar das Bewusstsein erhalten, weil nur ein Teil des Gehirns beeinträchtigt wird, aber jenachdem, welche Bereiche betroffen sind, können motorische Reaktionen oder verzerrte Sinnes- und Gefühlswahrnehmungen und noch einiges mehr auftreten.

Zusammengefassst: Geh zum Neuro und lass Dich auf ein Antiepileptikum einstellen (Hattest Du mit dem in Deiner Jugend, als Du anfallsfrei warst gute Erfahrungen? Dann würde ich das an Deiner Stelle direkt dem Arzt vorschlagen.)

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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