Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 20.02.2016, 11:36 (vor 3830 Tagen) @ Selina95
bearbeitet von huge88, Saturday, 20.02.2016, 11:42

Vorab, bitte nicht wundern, wenn wir hier manchmal etwas herumdrucksen und umständlich mit Verweisen um die Ecke arbeiten müssen, wenn es um Fragen geht, die eigentlich rechtlich nur Ärzte wirklich beantworten dürften.

Vor5 Monaten bekam ich nach einem erstmaligen Krampfanfall die Diagnose Hirntumor. Dieser konnte innerhalb weniger Tage nach der Diagnose vollständig entfernt werden und stellte sich als gutartig heraus. Im Krankenhaus habe ich das Original-Keppra genommen, mit dem ich super zurecht kam.
Als ich nach Hause gekommen bin, hat mir der Neurologe, den ich dann aufgesucht habe, Levetiracetam verschrieben, da vorsorglich weitere Krampfanfälle durch die Narbe im Kopf verhindert werden sollen.
Mit der ersten Firma UCB bin ich noch zurecht gekommen, bis auf die anfängliche Dauermüdigkeit kein Problem.

Müdigkeit ist gerade am Anfang bei den Antiepileptika nix ungewöhnliches (steht meist recht weit oben im Beipackzettel bei den möglichen Nebenwirkungen). Das gibt sich in vielen Fällen nach ein paar Monaten. Trotzdem kann man das beim Arzt ansprechen, damit sich der ein besseres Gesamtbild darüber bilden kann, wie gut man ein Medikament verträgt.

Die nächste Firma war dann Zentiva und die Probleme fingen an.
Die letzten Wochen habe ich verstärkt Nebenwirkungen bemerkt. Hauptsächlich die Dauermüdigkeit/Schläfrigkeit, Konzentrationsschwierigeiten und damit einhergehende Schwächeanfälle. Mir geht es immer so, als müsste ich jetzt gleich sofort (egal wo ich bin) schlafen. Weiterhin ist mein Kreislauf schlechter geworden und Stimmungsschwankungen sind hinzu gekommen gekoppelt mit Motivationslosigkeit/Apathie und z. T. Aggressivität.

Als erstes würde ich Dir empfehlen, mit Deinem Arzt darüber zu sprechen. Das kann auch nur dummer zeitlicher Zufall sein und z.B. eine Nachwirkung der OP sein (am Gehirn rumzuschnipseln kann ja allerlei ungewünschte Nebeneffekte haben).

Zweitens würde ich Dir die Lektüre von folgendem Schreiben der DGfE Empfehlen: www.dgfe.info/.../Empfehlung%20Generika%202013.pdf
Kurz zusammengefasst (ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit): Der Wirkstoff von Generika ist eins zu eins derselbe wie bei den Originalpräparaten, allerdings unterscheiden sie sich in ihrer Bioäquivalenz, d.h. primär der Aufnahmegeschwindigkeit in den Körper und den Zusatzstoffen in der Tablette (z.B. die dafür sorgen, dass diese zusammenhält). Das kann dazu führen, dass man unterschiedliche Präparate mit demselben Wirkstoff unterschiedlich gut verträgt. Auch sollte man einen Wechsel zwischen unterschiedlichen Präparaten meiden, da das zu Medikamentenspiegelschwankungen führen kann, auf welche ein Teil der Patienten sensibel reagiert. Deshalb empfiehlt die DGfE, dass Neurologen das aut-idem-Kreuz auf den Rezepten setzen, damit man immer das gleiche bekommt.

Und vielleicht noch eine Randinfo bzgl. Levetiracetam: Wenn sich nix geändert hat - und ich glaube, ich hätte das mitbekommen - ist das Levetiracetam von UCB immer noch Keppra (Markenname des ersten Levetiracetam-Präparats; ebenfalls von UCB) nur in anderer Verpackung, das war zumindest der letzte Stand, den ich im Epilepsiezentrum und von meinem Neurologen bekommen hab (bekomm das UCB-eigene Generikum mit aut-idem-Kreuz am Rezept verschrieben).

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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