Brauche Rat
Hallo,
zu 100% kann ich es natürlich nicht sagen, ich bin ja auch kein Arzt. Ich weiß aber, dass bei Grand Mal Anfällen zwar durchaus Gehirnzellen absterben KÖNNEN, nicht müssen. Die Sauerstoffzufuhr ist nämlich nicht so minimal, dass dort viel passiert. Also bei einzelnen, auch häufigeren Grand Mal gibt es keine Schädigung. Bei den Status sieht es dann natürlich anders aus, das hält wohl kaum ein Gehirn lange aus. Da kann es dann zu schwereren Effekten kommen, beispielsweise im motorischen Bereich.
Hier ein Auszug aus einem Dokument eines Oberarztes aus Kork:
Bezüglich des Zustandekommens epileptischer Anfälle interessiert vom Gehirn nur das Großhirn, die
anderen Abschnitte des Gehirns (Kleinhirn, Hirnstamm) sind daran nicht beteiligt.
Das Großhirn enthält einige Milliarden Nervenzellen (Neuronen). Deren Zellkörper sitzen in der
grauen Substanz. Diese umfasst die Hirnrinde, also den äußeren 3-5 mm des Gehirns, und in der
Tiefe des Gehirns einige Neuronenansammlungen, die man Stammganglien nennt (z.B. den
Thalamus).
Der Rest des Großhirns besteht aus der weißen Substanz, diese besteht aus den
Nervenzellfortsätzen (Axone) der Neuronen, die als Kabel die verschiedenen Hirnabschnitte
miteinander in vielfacher und komplizierter Weise verbinden.
Außerdem gibt es im Gehirn noch andere Zellen und Gewebe (Gliazellen, Blutgefäße,
Immunzellen…..), die in diesem Zusammenhang aber nicht interessieren.
Die Aufgabe einer Nervenzelle besteht darin, Information zu empfangen, zu verarbeiten und
weiterzuleiten.
Der Grundmechanismus der Funktion einer Nervenzelle ist die kurzzeitige Umpolung der elektrischen
Spannung (Aktionspotential) zwischen Außen- und Innenseite der Nervenzelloberfläche
(Zellmembran) und die sofortige Wiederherstellung der ursprünglichen Spannungsverteilung innerhalb
von winzigen Sekundenbruchteilen. Diese flüchtige Umpolung läuft wie eine Welle über die
Oberfläche von Zellkörper und Axon. Diese Umpolungswelle ist der Mechanismus der
Informationsleitung der Nervenzelle.
Eine Nervenzelle empfängt Informationen von mehreren anderen, verarbeitet diese und gibt sie als
begrenzte Serie von Aktionspotentialen an andere Nervenzellen weiter.
Das Gehirn besteht aus unzähligen vernetzen Schaltkreisen und Nervenzellverbänden, die alle ihren
jeweils eigenen Aufgaben nachkommen und deren hochkompliziertes Zusammenspiel die Funktion
des Gehirns ausmacht.
Normalerweise produziert eine Nervenzelle dann Aktionspotentiale, wenn sie Information bekommt,
die sie bearbeitet und weiterleitet. Es gibt auch Nervenzellen, die von sich aus ständig in einem
bestimmten Rhythmus aktiv sind.
Überall im Gehirn gibt es aber auch Nervenzellen, die sich nicht an diesen produktiven Tätigkeiten
beteiligen, sondern die im Hintergrund wirken und die Aufgabe haben, die anderen Neuronen ständig
zu überwachen und zu kontrollieren. Hier geht es insbesondere darum, zu verhindern, dass sinnlose
oder überschießende Aktivität entsteht. Man spricht von hemmenden Neuronensystemen.
Epileptische Aktivität ist immer eine Sache der Nervenzellen, und sie entsteht immer in deren
Zellkörper. Epilepsie ist also eine Erkrankung, die ihren Ursprung in der grauen Substanz des Gehirns
hat.
Epileptische Aktivität von Nervenzellen bedeutet, dass diese in rhythmischer Folge Aktionspotentiale
produzieren, die
• entweder sinnlos von sich aus oder als Reaktion auf eine weiterzuverarbeitende Information
auftreten und
• sinnlos und übermäßig stark ausgeprägt sind und
• deren Serien sinnlos lang anhalten.
Diese epileptische Aktivität wird wegen ihrer Intensität und Stärke wesentlich leichter als normale
Aktionspotentiale auf die anderen gesunden Nervenzellen weitergeleitet, die dann anstelle ihrer
eigentlichen sinnvollen Tätigkeit im gleichen sinnlosen, übertriebenen und ungebremsten Maße aktiv
werden und die epileptische Aktivität ihrerseits weiterleiten usw.
UK 2011/12 Epilepsie 5
Wenn dieser Vorgang nicht gebremst und unterbunden würde, würde sich die epileptische Aktivität auf
das ganze Gehirn ausbreiten, jegliche sinnvolle Aktivität unterbinden und am Schluss würden alle
Neuronen im gleichen Rhythmus den gleichen sinnlosen Unfug machen. Wenn es tatsächlich
soweit kommt, ist das der Grand mal. Der Grand mal ist also ein Zustand allerhöchster, aber
vollständig sinnloser Ordnung im Gehirn.
Die hemmenden Neuronen können solche epileptische Ausbreitungsvorgänge dadurch beenden, dass
sie die Aktivität der beteiligten Neuronen bremsen, im Bedarfsfall bis zu deren völligem Abschalten.
Dadurch erlischt der epileptische Vorgang, und danach werden die abgeschalteten oder gebremsten
Hirnbereiche wieder hochgefahren und sie nehmen allmählich ihre normale Tätigkeit wieder auf. Auch
die ursprünglichen epileptischen Neuronen nehmen ihre Aktivität wieder auf und erweisen sich
weiterhin als epileptisch. Die hemmenden Neuronen können nämlich die epileptische Aktivität der
geschädigten Neuronen nicht dauerhaft auslöschen.
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Ajoli,
06.07.2016, 08:27
- Brauche Rat - Medina, 06.07.2016, 09:19
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06.07.2016, 18:11
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07.07.2016, 09:35
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07.07.2016, 10:46
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07.07.2016, 18:35
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07.07.2016, 21:32
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- Brauche Rat - Medina, 11.07.2016, 18:58
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pegasus,
11.07.2016, 19:54
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11.07.2016, 22:01
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- Brauche Rat - pegasus, 11.07.2016, 23:55
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11.07.2016, 22:56
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