Epilepsie und ms

TSylla, Mittwoch, 06.07.2022, 10:04 (vor 37 Tagen) @ JuliaMarcel

Hallo Julia,

ich glaube pauschal sagen, wie du damit umgehen solltest, ist nicht möglich.
Es kommt sicherlich auch auf die Schwere den Anfalls an. In erster Diagnose dem Patienten zu sagen, dass er nicht mehr allein sein darf finde ich persönlich sehr merkwürdig.

Ich würde folgende Checkliste abarbeiten:

1 a. Sollte es sich um einen "grand mal" gehandelt haben (starke Kontraktion des Körpers bis hin zur Bewusstlosigkeit), die Empfehlung der ersten Untersuchung befolgen und bis zu Punkt 2 deinem Partner zur Seite stehen. Hier, wenn möglich, auch Freunde/Bekannte mit einbeziehen, die sich um Einkäufe etc. handeln. Es kommt natürlich auch auf Alter deines Partners und Ausprägung der MS an.
1 b. Sollte es sich (nur) um einen "petit mal" gehandelt haben (schwache bis gar keine Kontraktion des Körpers), die Empfehlung der ersten Untersuchung sehr ernst nehmen und soweit möglich bis zu Punkt 2 zur Seite stehen.
2. Hausarzt konsultieren und Überweisung zu einem Spezialisten ausstellen lassen -> hier kann ich empfehlen einen Epileptologen (Neurologe spezialisiert auf Epilepsie) zu suchen, der sich das ganze ansieht. CT/MRT, alles was geht.
3. zweite Meinung einholen, also den Spezialisten aufsuchen
4. Sollte sich die Diagnose bestätigen, kommt es auf die Ausprägung an. IdR. sollte man sich in einem Epilepsiezentrum vormerken (Wartelisten bis zu 6 Monaten sind keine Seltenheit) lassen, um schnellstmöglich stationär 1-2 Wochen die ganze Thematik screenen zu lassen.
5. Direkt ansprechen, wie es um eine Schwerbehinderung steht, sollte die durch die MS nicht bereits gegeben sein. Sollte es den bereits geben, wäre eine Erweiterung möglich. Hier, auch wieder dem Alter entsprechend, solltest du auf ein "B" (Begleitung) bestehen. Es ist nicht unüblich, dass dieser Erteilt wird. Dadurch minimierst du die potentielle Notwendigkeit deines Jobverlusts.

So würde ich vorgehen aus meiner persönlichen Erfahrung. Was ich vermeiden würde (auch hier kommt es natürlich auf das Alter an), sich verrückt zu machen. Epilepsie ist ein Arschloch, keine Frage. Je nach Schwere muss man einfach konkreter schauen.

Zu deiner Frage nach Hilfen/Förderung. Da solltest du mit deiner Krankenkasse sprechen. Der stationäre Aufenthalt kann bis zu 100% finanziert werden, nach Regelzeit (ich glaube die liegt bei 15 Tagen)

Ich hoffe das hilft ein wenig weiter.

Grüße

Til


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