Medi unverträglichkeit

Anton, Friday, 24.03.2023, 13:36 (vor 341 Tagen) @ Dine

Hallo,

ich finde ganz schlimm, was Du erlebst, ich kann dich gut verstehen, dass Du verzweifelt bist. Aber so wie ich das sehe, läuft etwas falsch. Du schreibst, dass Du dir Medikamente vom Neurologen und außerdem vom Hausarzt verordnen lässt. Das geht nicht, und da kann ich dann den Neurologen verstehen, dass er dir Medikamentenmissbrauch vorwirft. Die Behandlung der Epilepsie gehört ausschließlich in die Hand eines Neurologen. Das ist der eine Punkt.

Vom Patienten wird heutzutage verlangt, dass er aktiv mitarbeitet bei der Behandlung von Erkrankungen. Das würde in Deinem Fall bedeuten, eine hundertprozentige Einnahme der Medikamente sollte die Voraussetzung sein, um über ein Medikament ein Urteil abzulegen. Die solide Lebensführung halte ich für selbstverständlich.

Bei Epilepsie empfiehlt es sich, einen Anfallskalender zu führen, damit der Neurologe weiß, wie oft und wann Anfälle auftreten. Außerdem sollte Dein Freund Buch darüber führen, wie sich die Anfälle äußern. Diese Anfallsbeschreibungen sind sehr wichtig für den Neurologen, um die richtige Therapie einzuleiten. Wenn Du von einem Arzt zum anderen rennst und dir Medikamente holst, hat der Neurologe keine Lust mehr, dich weiterhin zu behandeln. Das muss man verstehen.

Dir steht es frei, dich bei einem anderen Neurologen zu melden, damit er sich das mit der Therapie genau ansehen kann. Das sogenannte Zweitmeinungsprinzip wird von den Krankenkassen unterstützt. Auch hier wird vorausgesetzt, dass Du es irgendwann deinem Neurologen erzählst. Gegen Angststörungen gibt es eine Menge unterschiedlicher Medikamente, die sollten aber vom Neurologen oder Psychiater verordnet werden und nicht vom Hausarzt.

Sollte das alles, was ich bisher geschrieben habe, nicht zum Erfolg führen, solltest Du dich in einem Epilepsie-Zentrum vorstellen, möglichst auch in Absprache mit dem Neurologen, denn die wollen eine Überweisung für die Behandlung. Ich wünsche viel Erfolg.

Liebe Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.


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