Epileptischen Anfall bei meinem Sohn nach viel Alkoholfreies

Julja, Wednesday, 13.08.2025, 23:37 (vor 366 Tagen) @ Anton

Dankeschön, Anton. Vielen Dank für tolle Ratschläge. Ich konnte nicht sofort antworten, weil nicht gleich kapiert habe, wie das geht. Also, Lamotrigin bei Niklas wurde auf 150-0-150 erhöht. Morgen ist Blutabnahme bei ihm.

LG Julia
Hallo Julia,


es gibt Anfallskranke, die dürfen nicht einen Tropfen Alkohol, das kann besonders für Personen gelten, die durch ein übermäßiges Verzehren alkoholischer Getränke an Epilepsie erkrankt sind.

Es ist bekannt, dass in den meisten Getränken, die die Bezeichnung „alkoholfrei“ tragen, noch Alkohol vorhanden ist. Und das ist bei Bier immer der Fall. Fairerweise müsste auf den Flaschen stehen „mit extra wenig Alkohol“. Selbst im angeblich alkoholfreien Dunkelbier ist Alkohol enthalten.

Ich hatte mal eine Freundin, die litt häufig unter Auren. Als sie dann bei mir zu Besuch war, traten ständig Auren auf, die nicht mehr aufhören wollten. Das Ganze ging in einen epileptischen Anfall über, und bei dem sah es so aus, als wollte er nicht enden. Mir schien, als würde es ein Status epilepticus. Gott sei Dank kam es so weit nicht.

Beim nächsten Besuch beim Neurologen habe ich den gefragt, was er an meiner Stelle gemacht hätte. Er hatte eine einfache Regel parat. „Solange Sie es aushalten können, sich das anzusehen, dürfen sie auf das Ende eines solchen Ereignisses warten. In Deinem Fall finde ich, war es korrekt den Krankenwagen zu rufen. Ich dem Moment, wo man nicht mehr weiß, wie es sich weiterentwickeln könnte, sollte man den Krankenwagen rufen.

Wo es die speziellen Helme, die als Kopfschutz für Anfallskranke geeignet sind, zu kaufen sind, kann ich nicht sagen, das wüsste dann aber das Sanitätshaus, wo das Rezept für einen solchen Schutz einzulösen wäre. Würde er denn überhaupt bereit sein, einen solchen Helm zu tragen?

Ob Sertralin die Anfälle begünstigen kann, kann ich nicht sagen. Ich weiß von einem Wirkstoff, der in Dänemark als Antiepileptikum hergestellt worden ist, hier in Deutschland die Zulassung als Antiepileptikum nicht bekommen hat, aber als Antidepressivum seine Dienste erfüllt, und als diesen Wirkstoff hier auch verordnet werden darf. Der Wirkstoff heißt „Citalopram“, der Hersteller ist Lundbeck Dänemark.

Wie lange es dauert, bis man sich von einem Anfall erholt hat, hängt von vielen Faktoren ab. Angenommen, man ist alleine zu Hause, bekommt einen großen Anfall, verletzt sich wenig und hat Zeit, sich danach zu erholen, dann ist alles nicht so belastend. Schlimmer ist es, wenn es in der Menschenmenge passiert, viele Schaulustige die Sache erschweren und der Kranke vorgeführt wird. Das als Betroffener zu verkraften fällt schwer und es dauert lange, bis man wieder fit ist.

Viele Grüße
Anton


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