Medikamente

Anton, Wednesday, 20.08.2025, 19:18 (vor 359 Tagen) @ Neubeginn69

Hallo Roy,

ich habe mir noch einmal Deine Beiträge durchgelesen und komme zu dem Ergebnis, dass aus meiner Sicht auf operativen Weg eine Verbesserung nicht zu erzielen ist. Normalerweise dürfte ich dazu gar nichts schreiben, weil ich kein Arzt bin. Wie komme ich zu dieser Ansicht?

Es steht die Diagnose „bilaterale fokale Epilepsie“. Was bei diesen Anfällen genau im Gehirn passiert, ist bei Wikipedia wunderbar erklärt. Und zwar beginnt es mit einem fokalen Anfall, geht dann aber auf die andere Gehirnhälfte über und es generalisiert sich das Ganze noch. Das bedeutet, das Anfallsgeschehen breitet sich auf weite Teile des Gehirns aus. Wo soll da ein Chirurg anfangen und nach anfallsauslösenden Stellen suchen?

Erschwerend für eine gute Prognose nach Epilepsie-Chirurgie käme hinzu, dass es sich um die linke Seite handelt. Und wenn Du geborener Rechtshänder bist, ist davon auszugehen, dass wichtige Gehirnfunktionen auf der linken Seite liegen. Ich kenne zahlreiche Epilepsie-Patienten, die nach einer OP linkstemporal nicht anfallsfrei geworden sind. Ferner spielt bei der Vorhersage, wie eine OP laufen könnte, der Beginn der Epilepsie eine Rolle. Je früher man erkrankt, umso schwieriger wird es, Anfallsfreiheit zu erreichen.

Du bist jetzt Mitte 50 und wünscht dir, dass es dir gesundheitlich besser geht als bisher. Ich stand vor 20 Jahren in Deinem Alter vor der Frage, wie es weitergehen könnte. Da ich die günstigste Konstellation mit der besten Prognose nach einer OP hatte, habe ich mich damals dafür entschieden. Meine Diagnose war „Temporallappen-Epilepsie bei Hippocampus-Sklerose rechts“. Erkrankt war ich im Alter von 25 Jahren. Die OP hat bis heute unter Medikation 100-prozentige Anfallsfreiheit gebracht.

Ich an Deiner Stelle würde alle Unterlagen zusammenstellen, kopieren lassen und einen Ordner anlegen, am besten zwei oder drei Ordner mit jeweils allen wichtigen Unterlagen. Mit diesen Arztberichten würde ich bei Gelegenheit ein Epilepsie-Zentrum aufsuchen und fragen, ob ein weiteres Monitoring erfolgen kann und von der Kasse bezahlt wird. Bei diesem Monitoring könnte als Erstes geprüft werden, ob die Diagnose „bilaterale fokale Epilepsie“ überhaupt stimmt. Selbst wenn bisher drei oder vier Kliniken die Diagnose im Arztbericht stehen hatten, ist es damit nicht gesichert, dass sie stimmt.

Wenn Du Glück hättest, könnten die Neurologen nach erfolgtem Monitoring einen Medikamenten-Mix zusammenstellen, der Deine Gesamtsituation auf Dauer verbessen würde. Für Versuche mit Cannabis würde ich nicht zu viel Zeit investieren. Bei den Versuchen mit dem neuen Medikament wünsche ich viel Erfolg!

Viele Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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