Re: keppra studie

Daniela @, Friday, 20.10.2006, 12:19 (vor 7246 Tagen) @ jessika

Hallo Jessi,
mein Mann hat im letzten Jahr an der Medikamentenstudie mit Keppra teilgenommen und erhält das jetzt auch als Monotherapie. Die Studie an sich ist gut gelaufen, der Übergang von Ergenyl zu Keppra dauerte zwar sehr lange und war auch stimmungsmäßig manchmal schwer zu ertragen, aber danach hat sich sein Leiden wirklich gebessert (Ergenyl war hauptsächlich ein Dämpfer, von Keppra wurde uns gesagt, es sei ein "Muntermacher"). Nun hatte er nach der Umstellung nicht mal mehr Absencen, geschweige denn Anfälle. Nach ein paar Monaten bekam er einen Grand Mal, er hatte die Medikamente in der Apotheke nicht rechtzeitig bestellt. Der Anfall war heftiger als alles was ich bis dahin erlebt hatte. Aber wir gingen davon aus, dass es an der Nichteinnahme lag. Nun hatte er nach einer Klassenfahrt (er ist angehender Lehrer) den nächsten Anfall (im August), da schoben wir es auf die langen Nächte und den Stress. Heute hatte er schon wieder einen Anfall, und das ohne, dass wir wissen, woran es lag (er war ausgeschlafen, hatte keinen Alkohol getrunken und im Stress ist er auch nicht). Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Positiv seit der Umstellung auf Keppra ist, dass er wirklich nicht mehr 14 oder mehr Stunden Schlaf braucht, der Nachteil ist, dass Keppra ein Mittel ist, was schnell wieder abgebaut wird und daher die wirklich regelmäßige Einnahme total wichtig ist. Außerdem ist mir schon auch aufgefallen, dass die Aggression deutlich zugenommen hat (das hatte uns der Arzt aber vorher angekündigt).
Alles in allem, wenn Du Dich während der Studie gut überwacht fühlst und von Deinem Arzt ernstgenommen wirst, wird er Dir alles gut erklären und dann musst Du entscheiden. Jedes neue Medikament ist ein Risiko, aber vielleicht geht es Dir damit besser, versuchs einfach.
Daniela


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