Re: epilepsie und beziehung

Nadine @, Sunday, 14.01.2007, 19:39 (vor 7159 Tagen) @ karen

Hallo Karen,
ich bin nur durch zufall auf deinen beitrag gestoßen.
mein freund hat epilepsie. wir sind seit einem jahr zusammen,führen eine sehr enge beziehung. er ist dialysepatient, seine nieren funktionieren also nicht. als wir zusammengekommen sind habe ich mich intensiv mit seiner nierenkrankheit auseinandergesetzt, nicht aber mit der epilepsie. mir war bekannt, dass er wohl zwei anfälle gehabt haben musste, die aber niemand registriert hat, da sie auf offener straße kamen und keiner dabei war.
vor einem halben jahr habe ich dann das erste mal einen epileptischen anfall mitbekommen. es war sehr schlimm für mich. gott sei dank war mein bruder auch dabei. es passierte im auto. ich bin total hysterisch geworden, dachte mein freund stirbt mir unter den fingern weg. es war so schlimm. gott sei dank hat bald ein auto angehalten in dem ein arzt saß. kurz darauf kam auch der krankenwagen. seine medikamente wurden neu eingestellt. und seitdem hatte er keinen nafall mehr, bis letzte woche.
nach diesem abend/nacht, an dem ich völlig hilflos war, hab ich mir geschworen für den nächsten anfall vorbereitet zu sein. ich habe mich ntensiv über die anfälle informiert, was man machen kann etc. dementsprechend tapfer war ich dann letzte woche. ich bin recht cool geblieben, habe gefährliche gegenstände entfernt und ein kissen unter seinen kopf gelegt und den notdienst angerufen. seit donnerstag ist mein freund jetzt im krankenhaus. leider hat er noch sehr starke gedächtnislücken, hat mich bis gestern auch nicht erkannt. heute war es schon besser. leider hat mich auch dieser anfall wieder sehr schockiert. auch wenn ich wusste, es geht vorbei, ruhig bleiben. ich muss immer wieder weinen wenn ich daran denke, und das tue ich ständig. mein freund bekommt ja nichts von den anfällen mit, versteht mich also nur in geringem ausmaß, dass ich zB riesige angst vor dem nächsten anfall habe. der anfall letzte woche war schon der zweite an dem tag. vorher ist er auf dem fußboden wach geworden und hat sich an nichts erinnert. deswegen bin ich auch nach seinem anruf sofort zu ihm gefahren und wollte sehen wie es ihm geht. ich war froh, dass ich bei dm anfall dabei war, da er schlimm gegen die wand gestürzt und auf den boden geknallt ist. vielleicht hätte er sich schlimme kopfverletzungen geholt, wenn ich ihm kein kissen untergelegt hätte. wie gesagt, es wird jetzt geprüft, wieso die medikamente nicht gewirkt haben. leider hat das krankenhaus keinen neurologen und ich hoffe, dass er morgen verlegt wird. unser krankenhaus hat leider auch keinen guten ruf. heute war mein freund schon besser drauf, allerdings sehr benebelt und ziemlich hyperaktiv. total aufgekratzt und wenn ich in seine augen gesehen habe, sah ich nur lehre. ich habe dann die schwestern gefragt, ob das normal sei, dass er so aufgedreht und komisch sei. da sagte sie mir, dass sie ihn nur so kennengelernt haben. allerdings nehme er die doppelte menge an medikamente. aber gut, dass ich bescheid sage, es könnte auch auf schädigungen im gehirn zurückzuführen sein. das war wieder zu viel für mich. mein freund benahm sich wie ein kleines kind, spielte düsenflieger mit meinem schlüssel und sagte "lass mich bitte nich allein, nur weil ich anders und komisch bin!". er bekommt seine veränderung also auch mit. seitdem ich zu hause bin mache ich mir gedanken, ob es wirklich bleibende schädigungen sein könnten und habe große angst davor, dass sie wirklich bleiben. ...
du hast geschrieben, dass sich freunde von dir gtrennt haben. haben sie deine anfälle mitbekommen?
ich hatte wochenlang schlafose nächte deswegen. immer wieder hatte ich das bild vor augen. jedesmal wenn er eine komische bewegung macht habe ich angst, es könnte wieder los gehen. aber deswegen würde ich ihn niemals verlassen. ich weiß nur nicht, wie ich mit bleibenden schäden umgehen kann. aber ich hoffe,, dass es nicht soweit kommt, dass ich damit konfrontiert werde.
Lasst es euch beiden gut gehen!
Liebe grüße
nadine


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