Re: erfahrung mit Keppra

Anton @, Sunday, 30.09.2007, 20:41 (vor 6899 Tagen) @ mond

Hallo und moin Cordula,
ich will mal versuchen, mich kurzzufassen, meistens gelingt mir das aber nicht. Bevor ich Anfang 2006 das erste Mal nach Bethel ging, um mich über die Möglichkeiten einer OP zu unterhalten, ging es mir verdammt schlecht. Ich habe damals Ergenyl und Timox genommen, von beiden nicht wenig. Ich davon bin ich damals nur noch benommen gewesen, ein Überqueren von wenig befahrenen Straßen war kaum noch möglich, Fahrradfahren konnte ich seit ca. 10 Jahren nicht mehr.
In Bethel hat mir der Arzt nach Aktenlage, ich war zuvor in einer anderen Klinik, sofort umgestellt auf Keppra 1000 mg und Trileptal 900 mg. Da Trileptal den selben Wirkstoff enthalten soll wie Timox, und ich noch massenhaft Timox zu Hause hatte, habe ich anstatt Trileptal Timox genommen. Das ging ins Auge und wußte nicht warum. Somit habe ich Keppra um 25 % erhöht. Ich bin erst ca. 1 Woche später dahinter gekommen, dass ich meiner Nachbarin und auch anderen Leuten Blödsinn erzählt habe, ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr ich war, dass ich chronischer Verwirrung dahinvegetierte.
Was die Blutuntersuchung der einzelnen Medis angeht, ist es wichtig zu wissen, dass diese Medizin einen dauerhaften Spiegel im Blut herstellt, mit den Blutuntersuchungen wird festgestellt, ob die Wirkung womöglich toxisch ist (dann ist man überfüllt) oder ob der Spiegel zu weit unten ist (dann ist die Anfallsschwelle gesenkt, es kommt zu Ausfällen). Die ganz teueren Medikamente, Keppra ist sehr teuer, haben den Vorteil, dass sie sehr lange eine konstante Wirkung haben, deshalb reichen auch 2 Gaben am Tag, wobei dann immer ein konstanter Spiegel im Blut ist. Das ist ein Grund für die Blutuntersuchungen. Die Halbwertzeit der Medis kann sich allerdings auch ändern durch eine Gewichtsabnahme oder -zunahme. Diese teueren Medikamente haben den weiteren Vorteil, dass meistens nichts passiert, wenn man sie doch mal später einnimmt. Sie machen uns freier. Liebe Cordula, vielleicht habe ich es halbwegs erklären können, ich bin medizinischer Laie, was ich losgelassen habe, sind Erfahrungen aus Jahrzehnten. Ich wünsche gute Besserung und alles Gute auf ganzer Breite.
Liebe Grüße
Anton


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