Re: Hilfe meine Schwester bleibt Stur

Marion44 @, Friday, 14.12.2007, 16:02 (vor 6824 Tagen) @ Jessy_vm

[zitat=Jessy_vm]Hallo,
Ich bin wirklich verzweifelt.
Meine Schwester (20) hat schon seit 2-3 jahren Epilepsie und sie akzeptiert die Krankheit einfach nicht. Sie ist total fertig damit und sitzt jeden Tag in ihrer Wohnung und weint.
Kann mir jemand Namen, Telefonnummern und / oder auch Adressen von Spezialisten geben, damit sie sich mehr Meinungen anhören kann und sie sich endlich mal mit Ihrer Krankheit abfinden kann.
Ich bitte wirklich um Hilfe, wir sind alle verzweifelt.
Vielen Dank im Voraus,
Liebe Grüße,
Jessy[/zitat]


Welcher Facharzt und welche Ambulanz für Deine Schwester gut ist, wird auch davon abhängen, wo Ihr wohnt. Es gibt etliche und du kannst über die angegebenen links sicher eine herausfinden.
Ich weiß nur, dass es für mich viele Jahre auch sehr schwierig war und ich hatte keine so liebe Schwester, wie Du eine bist. Eigentlich hatte ich niemanden, weil ich es lange verschwieg.

Aber vielleicht besorgt ihr mal ein Buch mit fast 100 kurzen Selbstbeschreibungen von Epilepsiebetroffenen. Es gibt das Buch im Mabuse Verlag und es heisst: Anfälle - Erfahrungen mit Epilepsie. Mehrere Herausgeber (u.A. Dr. Lotte Habermann-Horstmeier) haben die Erfahrungen von Betroffenen gesammelt und sie in dem Buch veröffentlicht. Eine Wuppertaler Selbsthilfegruppe hat auch daran mitgearbeitet. Meine eigene kurze Selbstbeschreibung ist auch darin, allerdings anonym.

http://www.buchkatalog.de/kod-bin/isuche.cgi
Kurzanzeige


Deine Schwester wird Zeit brauchen und jeder braucht eine unterschiedliche Zeit, um den Tatbestand der Epilepsie in sein eigenes Selbstbild zu integrieren. Und das ist nicht leicht, es sei denn, man wächst schon als Kleinkind damit auf und hat eine gute familiäre Unterstützung. Aber gerade in dem Alter Deiner SChwester ist es besonders schwer, den Tatbestand zu akzeptieren. Also lasst ihr Zeit, aber lasst sie nicht allein. Und sucht eine gute ärztliche Behandlung, die sie möglichst anfallsfrei macht. Heute ist mehr möglich als noch vor Jahrzehnten.

Ich habe mehrere wunderbare Berufe und habe viele Jahrzehnte gearbeitet - auch mit der Erkrankung. Nur einen habe ich aufgeben müssen, aber das ist schon lange her und heute wäre vielleicht nicht einmal das notwendig gewesen. Die medizinische Entwicklung hat echt Fortschritte gemacht.

Deine Schwester hat eine wunderbare Schwester und hoffentlich auch gute Freunde !
Ansonsten gilt , was die Anderen schrieben.

Grüße von Marion44


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