Re: Wutanfälle nach einem Anfall. Ist das Normal

Iris @, Friday, 01.02.2008, 09:08 (vor 6776 Tagen) @ Alina

[zitat=Alina]Hallo zusammen!!
Bin neu hier und leide nicht persönlich an der Krankheit (sondern mein Freund), dennoch habe ich für mich wichtige fragen auf die ich keine Antwort finde und bekomme, denn es betrifft mich ja doch irgendwie!

Ich beschreibe euch erst einmal den Ablauf des Anfalles:
30-60sec voher bemerkt er das er einen Anfall bekommt, also Zeit genug alles vorzubereiten, dann beginnt die Dessorientierung (teils noch ansprechbar) dann folgen die Krampfanfälle und danach starke, sehr starke Wutausbrüche, Aggresionen die mit zerstörung von Wohnungseinrichtungen enden, (obwohl sie außer reichweite sind),

leider (und nun beginnt das eigentliche Problem)
endete der letzte Anfall (fast) mit einem Wutausbruch auf meine Person, das ich aber mit anschreien verhindern konnte.

Damit kein missverständnis entsteht, ich habe mich dich ganze zeit über von ihm fern gehalten, ihn nicht angesprochen, einfach abgewartet. 3m Abstand
Er hat mir, nachdem er was zertrümmert hat in die Augen gesehen und wollte auf mich los.
Er versteht mich leider nicht, sagt: das würde ich niemals tun!
Natürlich habe ich nun tierische Angst.
Naja, nun meine fragen, Wie nennt man die art von Epi?? hat jemand änliche erfahrungen gemacht und was soll ich machen?? ist es denn wirklich normal das man soooo aggresiv ist oder liegt es an psychischen problemen??

Würde mich sehr freuen wenn mir jemand antwortet und mit weiterhelfen kann.

Danke [/zitat]

Hallo Alina!
Ich bin auch neu hier.Bin Mutter eines Sohnes der an Epilepsie litt, bis zu seiner OP.
Das was du hier beschreibst, kenne ich nur allzu gut.
Mein Sohn hatte auch diese fürchterlichen Wutausbrüche.
Am Anfang dachten wir auch, dass wir in der Erziehung etwas falsch gemacht haben.Die Leute schauten uns schon ganz komisch an und unssere Freunde zogen sich von uns zurück, wenn unser Sohn so tobte.
Er machte auch vieles kaputt und verletzte auch Personen und sich selbst.
Diese Art ist auch Epilepsie, das erfuhren wir ein viertel Jahr vor der Operation.Mit Medikamenten konnte er nicht eingestellt werden.
Lass deinen Freund dies lesen, denn unser Sohn wusste auch nicht was er getan hat, nach so einem Anfall. er sagte immer zu uns er kann da gar nichts machen, es passiert einfach.Hinterher wenn er erfuhr was los war tat es ihm sehr leid.
Wir waren damals im Epilepsie-Zentrum Kork bei Kehl.Ich weiss ja nicht wo ihr wohnt, aber das wäre für ihn eine Möglichkeit zur Hilfe.
Unser Sohn ist nun operiert und hat seitdem keine Anfälle mehr gehabt, auch diese "Wutausbrüche" sind weg.
Medikamente bekommt er noch.Nur sein Weg ins schulische Leben ist sehr schwer.
Ich hoffe , dass ich dir etwas weiterhelfen konnte.
Ich wünsche dir viel Kraft um das auszuhalten.
Liebe Grüße von Iris


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