Re: Studium

Cat @, Sunday, 28.09.2008, 22:20 (vor 6535 Tagen) @ Cat

Danke für eure Rückmeldungen. Allerdings finde ich es ein wenig unangebracht, so (in meinen Augen) heftig darauf zu reagieren.
Um die Fragen zu beantworten: ich habe eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht und (mehr oder weniger) erfolgreich abgeschlossen. Ich habe also ganz regulär einen Berufsabschluss. Sonst hätte ich auch nicht geschrieben, dass ich das erste Mal in meinem Beruf arbeite. Vielleicht sollte ich auch erwähnen, dass ich diese Ausbildung begonnen habe, um nicht mit leeren Händen dazustehen, nachdem ich nach einem Suizidversuch ein halbes Jahr in der Psychatrie verbracht habe und hinterher ganz von vorne anfangen musste! Und dass mir von Anfang an klar war, dass es nicht mein Traumberuf ist. Zum damaligen Zeitpunkt war das das Naheliegendste, da ich zu einem erneuten Studium noch nicht in der Lage war. Das ist also die Ausgangslage.
In meinem neuen Betrieb wurde ich direkt in der ersten Woche zu 12 Stunden Schichten eingeteilt, weil Not am Mann war. Auf meinen Hinweis hin, dass ich Epileptikerin bin und u.a. nicht so belastungsfähig wie gesunde Menschen (ich bin nicht gesund, auch wenn ich momentan anfallsfrei bin)kam so gut wie keine Reaktion und ich hab die Zähne zusammen gebissen und getan, was ich konnte. Um dann in den nächsten Tagen die Quittung meines Körpers dafür zu bekommen.
Ich kann verstehen, dass euch meine Situation im Vergleich zu anderen wie Pipifax vorkommen mag und euch meine Frage lächerlich oder unangebracht erscheint. Ich habe auch lange gedacht: komm, stell dich nicht so an, dir geht es doch jetzt gut! Andere haben es viel schwerer! Bis ich dann auf einmal in der Psychatrie war. Da will ich nicht noch einmal hin. Das ist sicher verständlich.
Ich bin auf dieses Forum gestoßen und habe meine Frage hier gestellt, weil ich dachte, dass es hier Menschen gibt, die sich vielleicht in derselben oder einer ähnlichen Situation befinden oder befanden.
Wenn es euch an dieser Stelle unangebracht erscheint, dann bitte ich euch, diesen Eintrag lieber zu ignorieren, als mir das Gefühl zu geben, ich wäre arrogant, überheblich, völlig fehl am Platz und solle zufrieden sein mit meiner Situation, obwohl da oben in meinem Kopf Gewitter toben, die ich trotz starken Medikamenten mitbekomme, wenn ich in Situationen wie diesen bin.
Ob das Glas voll oder leer ist, entscheidet sich bei mir an jedem Morgen neu und abhängig davon, wie zuverlässig meine Medis z.B. mit den Hormonen koorperieren.
Ich habe nicht diesen ganzen Mist durchgestanden um schließlich in solchen Umständen zu enden. Irgendwie muss es doch ein bisschen Gerechtigkeit geben. Und dieses Gefühl hatte wahrscheinlich jeder von euch schon mal, oder nicht? Unabhängig davon, ob ihr jeden Tag Anfälle habt, einmal im Jahr oder (hoffentlich) gar nicht mehr.
Hoffentlich biete ich hiermit nicht noch mehr Anlass zu negativen Reaktionen, die mir überhaupt nicht weiterhelfen, ganz im Gegenteil.
Ich fühle mich dadurch gezwungen, mich hinzusetzen und einen ellenlangen Text zu schreiben und mich darin zu rechtfertigen für meinen Wunsch, Gleichgesinnte zu treffen und eine positive Rückmeldung zu erhalten.
Ich denke, wir sollten eher zusammenhalten.
In diesem Sinne eine gute Nacht und alles Gute!


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