Re: Absencenepilepsie

biene @, Wednesday, 05.11.2008, 20:07 (vor 6497 Tagen) @ maja85

Hallo Maja,

bitte tut euch einen Gefallen und hört in diesem Fall NICHT auf die Leute, für die Epilepsie ect. noch immer ein Tabuthema ist!!!!!

Ich habe seit meinem 3. Lebensjahr Epi und meine Eltern hatten sich Jahre lang nicht darum gekümmert. Es war halt so... Ich denke, sie haben sich dafür geschämt. Die Krankheit wurde tot geschwiegen und versucht mich von allem ferngehalten, was mich in der Öffentlichkeit outen könnte. Ich hatte Anfälle, aber niemand konnte oder wollte mir sagen was das genau ist. Manche haben sogar hinter vorgehaltener Hand von "Dämonen" geredet.
Erst nach dem ersten GM hat man mich zum Arzt geschleppt und Medis verabreicht, gegen die meine Eltern strikt protestierten, sie dann aber zähneknirschend toleriert haben.

Nach über 30 Jahren wurde ich das erste Mal mit der richtigen Diagnose Epilepsie konfrontiert und da ist für mich eine Welt zusammengebrochen - so wie bei euch. Auch für mich war diese Krankheit sehr negativ angehaucht und ich wollte das alles nicht wissen, nicht wahrhaben ect.

Erst nachdem ich mich mit der Diagnose richtig angefreundet und auseinandergesetzt habe, war ich in der Lage offen und ohne Komplexe darüber zu reden. Erst dann habe ich meine Eltern damit konfrontiert und ihnen klargemacht, dass Epi eine ganz normale Krankheit ist. Mit vielen Gesprächen haben Sie nun "kapiert", dass man sich dafür überhaupt nicht schämen oder verstecken muss.

Ich erzähle dir meine Geschichte, weil ich sehr gut verstehen kann, was in euch und auch den Eltern vorgeht. Die Reaktion ist für die etwas ältere Generation nachvollziehbar aber auf keinen FAll entschuldbar!

Je mehr ihr über die Krankheit wisst und euch auf die Umstände einlasst, umso leichter fällt es euch damit klar zu kommen. So hart es klingt, aber geht euren eigenen Weg und hört nicht auf das dumme Geschwätz derer, die keine Ahnung haben und die Augen vor der Realität verschließen. Die Vogelstrauß-Methode ist der falsche Weg!

Ihr dürft denjenigen, die solche Reaktionen an den Tag legen aber auch nicht böse sein, denn bei Dingen die uns Angst machen, reagieren wir Menschen u.a. mit Abwehr, Aggression, Verleumdung ect.
Sie wollen uns nichts schlechtes, doch sie kommen selbst nicht klar damit, haben Angst. Also, schaut erst, dass ihr beide mit der neuen Situation Frieden schließt und kümmert euch dann um die Andern.


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