Re: Wo bekommt man Untersützung? alles etwas viel im Moment!

Katja @, Thursday, 15.01.2009, 00:28 (vor 6427 Tagen) @ Kate

[zitat=Kate]Hallo!

So mein Mann hat jetzt bei folgenden Institutionen angerufen und es ist echt ein Witz:

Arbeitsamt
Rentenamt
Berufsgenossenschaft
Integrationsamt
Versorgungsamt
Krankenkasse,

da ist keiner für ihn zuständig, erst ab einer Behinderung von 50%.
Er hatte einen Grand Mal Anfall und deshalb das übliche Fahrverbot von 3-6 Monaten.
Jahrelang zahlt man in alle möglichen Kassen ein, und wenn man Unterstützung braucht, muß man anscheinend erst arbeitslos werden. Der Gesetzgeber scheint kein Interesse daran zu haben, daß mein mann seinen Beruf erhalten und behalten kann. Armseliges Deutschland!

LG katharina[/zitat]

Hallo Katharina,
da ich selbst im Außendienst tätig bin und derzeit auch ein 6monatiges Fahrverbot aufgedrückt bekommen habe, habe ich diese Diskussion interessiert verfolgt. Leider konntet auch ihr ja leider keinen Erfolg erzielen. Ich bin jetzt 27 Jahre alt und hatte vor drei Monaten meinen ersten Grand Mal Anfall. Nun steht im Krankenhausbericht, dass mir empfohlen wird, dass Führen von Kraftfahrzeugen für 6 Monate zu meiden. Ich habe nun eine Anfrage diesbezüglich an meinen Anwalt weitergegeben. Morgen werde ich mit ihm darüber sprechen. Gerne kann ich dann nochmal Rückmeldung geben, wie das Ganze nun versicherungsrechtlich aussieht. Ich bin bei einer Krankenkasse im Vertrieb beschäftigt. Aber selbst ein so "soziales" Unternehmen ist nicht dazu in der Lage, mir für 6 Monate entgegen zu kommen. Leider würde mein Arbeitsweg ohne PKW fast 3 Stunden einfach betragen (wenn alle Bahnen und Busse pünktlich sind). Das macht dann mindestens 6 Stunden am Tag, nur um ins Büro zu gelangen, um von dort aus für ein paar Monate halt nur über Telefon und sonstige Mittel Vertrieb zu machen. Nun habe ich gebeten, mir für diesen Zeitraum die Möglichkeit zu geben, von daheim zu arbeiten. Dies wurde bisher strikt abgelehnt. Morgen habe ich erneut ein Gespräch hierzu. Langsam habe ich aber auch keine Lust mehr. Ich mein, ist ja nicht so, dass ich oder dein Mann ein Verkehrsdelikt begangen haben, der uns den Führerschein gekostet hat. Dennoch wird man von allen Seiten bestraft als wäre man selbst schuld!! Nirgends bekommt man Hilfe. Ich finde dies sehr erschreckend, und das in einem sogenannten Sozialstaat. Vielen Dank auch, hierzu habe ich langsam meine eigene Meinung, die ich hier aber nicht äußern möchte, da ich niemanden persönlich angreifen möchte.
Auf jeden Fall bin ich nun seit drei Monaten krank geschrieben, da ich ja meiner Tätigkeit nicht nachgehen kann. Aber nur, weil meine Ärztin hier sehr viel Verständnis hat. Dem Neurologen war meine Existenz egal, er meinte, ich könne auf jeden Fall arbeiten und wie, dass wäre dann mein bzw. das Problem des Arbeitgebers. Klar, er hat ja seinen Job und verdient an meiner Krankheit! Nochmals vielen Dank an diese Gesellschaft. Mittlerweile bin ich dabei, mich um andere Arbeit zu bemühen aber bei der derzeitigen Wirtschaftslage ist das auch nicht so einfach. Und den Gehaltsverlust, den ich evtl. mit einem Arbeitgeberwechsel hätte, zahlt ja auch keiner. Also, gilt nur eins: Zähne zusammen beißen, Augen zu und durch. Und hoffen, dass man das irgendwie packt! Bin ja mittlerweile im Krankengeldbezug aber damit kann man auch keine großen Sprünge machen.
Sollte ich eine positive Rückmeldung vom Anwalt bekommen, so werde ich hierzu nochmal eine Info geben.

Also, nicht aufgeben, Kopf hoch und Zähne zusammenbeißen!

LG
Katja


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