Epilepsie und Führerschein

madisonelane, Wednesday, 15.04.2009, 14:16 (vor 6336 Tagen)

Hallo!

Habe folgendes Problem:

Hatte im Dez. meinen letzten Anfall (davor schon eine Weile her), laut Doc provozierter Anfall aufgrund Schlafentzug, somit besteht meines Wissens nach 6 Monate Fahrverbot!? (mein Arzt hat bisher noch kein Fahrverbot ausgesprochen). Demnach dürfte ich ja rein therotisch ab mitte Juni fahren.

Habe mich nun vor ein paar Wochen bei der Fahrschule angemeldet, jedoch ohne Angabe der Epilepsie
(laut MOSES Schulung muss man das wohl auch nicht und man würde sich die Kosten für das neurologische Gutachetn sparen)

Soweit habe ich mich bei der Sache auch noch gut gefühlt, bis vor ein paar Tagen ein Brief vom Landratsamt kam, dass ich zu einem Allgemeinarzt mit verkehrsmedizinischen Qualifikationen gehen muss um eine Fahruntauchglichkeit nach §§ 11(körperliche Erkrankungen), 13(Alkoholmissbrauch) u. 14 (Drogen/Medikamentenmissbrauch) auszuschließen, da ich im Jahr 2005 nach einem "Schwächeanfall" bewusstlos aufgefunden wurde und anschließend sehr benommen gewesen sei... War gestern dort zur Akteneinsicht, steht aber kein Wörtchen der Epilepsie mit drin.

Bin jetzt ziemlich durch den Wind, da ich nicht weiß

- ob das mit dem Fahrverbot so wirklich passt
- ich die Epilepsie hätte angeben müssen (Auf dem Antrag steht aber auch, dass die Angaben freiwillig sind)

Zum anderen bin ich mir unheimlich unsicher, wie ich jetzt vorgehen soll.

Einerseits könnte ich einfach zu dem Gutachten gehen, hoffen, dass der Arzt keine Berichte irgendwoher anfordern möchte, ihm vielleicht noch den Bericht von damals auf den Tisch legen (damals war noch keine Epilepsie diagnostiziert), die wahrscheinlich kommende Frage nach Medikamenten und Krankheiten verneinen, ihm irgendwas von Kreislaufkollaps erzählen und hoffen, da das ganze nun schon "4 Jahre" her ist, er mir nach einem Routinecheck, Leber- und Drogentest ein positives Gutachten ausstellt. - der Preis mein Gewissen und 75 €

Das ganze könnte auch schief gehen, da ich zum einem nicht besonders gern und gut lüge und zum anderen er noch weitere Berichte anfordern oder auch nach Antiepileptika im Blut suchen könnte.

Würde ich ihm einfach offen sagen, dass ich Epilepsie habe, würde das heißen ein neurologisches Gutachten zu einem horrenten Preis, den ich nicht mal eben aus dem Ärmel schüttln kann, zum anderen könnte der Traum Führerschein in ganz weite Ferne rücken, wenn das mit der Fahrverbotszeit nicht richtig war. Es würde mich außerdem nicht wundern, wenn man mich noch zur MPU schicken würde, weil ich "versucht" habe das ganze zu verschweigen in dem ich die Epilepsie nicht angegeben habe und plötzlich auch noch charakterliche Zweifel auftauchen.

Bin extrem hin und her gerissen.
Letztendlich gehts mir nicht darum jeden Tag mit dem Auto ins Geschäft zu fahren (wohne sehr zentral u. mein Freund ist mobil, zum anderen kann ich mir nicht mal ein Auto leisten), ich hätte kein Problem damit wenn der Führerschein in der Schublade liegt, weil ich für eine Zeitlang nicht fahren darf.
Es ist einfach ein unheimlich großes Bedürnis auch endlich den Führerschein zu haben und nicht ständig mit meinen bald 22 J. erklären zu müssen wieso, weshalb, warum nicht. Es wäre einfach angenehmer zu sagen ich habe nicht genug Geld für ein Auto, der Sprit ist mir zu teuer, ich wohne so verkehrsgünstig, da ist es mit den öffentlichen auch geschickt - als immer wieder ich darf nicht, ich habe Epilepsie und alles zu erklären, womöglich noch schief angeschaut zu werden.

Ich kanns nicht richtig erklären.
Würde mir einfach das Gefühl geben, dass es auch weiter geht und das ganze sich schon positiv entwickelt hat - sonst hätte ich den Führerschein nicht.
Falls wieder mal ein Anfall kommt, dieses Checkkartenähnliche Teil in der Hand zu halten und zu wissen, es ist zu schaffen und die Zeit kommt wieder, Kopf hoch und durchhalten....
Vielleicht könnt ihr das irgendwie nachvollziehen.

Wie schätzt ihr das ganze ein?
Was würdet ihr in meiner Situation tun?


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