Alkoholproblem und Epilepsie

Felixlix, Saturday, 11.07.2009, 18:46 (vor 6249 Tagen) @ EVA

Liebe Eva.
Ich habe nicht alle Antworten auf Deinen Eintrag gelesen, also sieh es mir bitte nach, wenn ich bereits gesagtes wiederhole.
Ich hatte seit meinem 17. Lebensjahr (ich bin nun 23) vier große Anfälle und bin nun seit 8 Monaten in Behandlung mit Medikamenten. Die Anfälle traten alle als Folge von wenig Schlaf und Alkohol auf (außer einer, der sprang aus der Reihe). Mein Arzt hat mir gesagt, ich solle keinen Alkohol mehr trinken und auch nicht kiffen, da beides die Krampfschwelle senke. Bei Alkohol ist dies insbesondere in der Abbauphase der Fall, ich hatte die Anfälle jeweils am nächsten Morgen, es kann also sein, dass man beim Trinken gar nicht direkt die negativen Folgen spürt...
Ich trinke seit dem gar nicht mehr, auch wenn mir ein gelegentliches Bier oder Glas Wein gestattet ist. Es ist allerdings wesentlich einfacher, ganz drauf zu verzichten, da man dadurch den gesamten Umgang meidet, wie man es als Kind tat.
Das Du bei Dir selbst ein Alkoholproblem siehst, ist ein entscheidender Schritt und da Du, wie Du sagtest, die Unterstützung und auch den Willen hast, das Trinken in den Griff zu bekommen, bist Du auf einem guten Wege.
Alkoholismus ist, wie jede Sucht, eine Krankheit und keine schlechte Eigenschaft. Es gibt viele entscheidende Faktoren, die eine Sucht begünstigen und nicht alle sind bei einem selbst zu finden. Wenn man den Alkoholismus also als Krankheit und nicht als Schwäche betrachtet, kann man zwar Schuld- und Schamgefühle leichter loswerden, ist aber sich selbst gegenüber verpflichtet, diese Krankheit zu behandeln, wie Du es ja auch bei Deiner Epilepsie tust. Die Medizin ist auf dem Gebiet der Suchtforschung und -bekämpfung noch recht schwach. Es gibt ein großes Angebot an professioneller Hilfe, die aber eher psychologisch ist als medizinisch.
Ich wünsche Dir alles gute,
Felix


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