ich weiß nicht mehr weiter

Anton, Monday, 13.07.2009, 21:36 (vor 6247 Tagen) @ andrea

Hallo Andrea,

zunächst zu mir, ich bin Patient, auch operiert, praktisch medizinischer Laie. Was ich hier schreibe, ist alles meines Wissens nach ohne Gewähr für die Richtigkeit. Anfälle oder Auren im ersten Jahr nach der OP sind nicht bedenklich. Sie werden meistens von der OP-Narbe ausgelöst und sind ganz normal.

Ulla Schmidt trifft mit "ihrem Gesundheitswesen" alle. Auch die Ärzte, aus dem Grunde die schlechte Motivation. Den letzten beißen die Hunde, das sind wir Patienten. Zu den Ärzten und ihr Wissen hier Folgendes:

Wenn wir die Kenntnisse über Epilepsie der Neurologen nach dem Grad der Kompetenz in eine Hierarchie bringen, sieht es wie folgt aus.

a) Der Neurologe hat Grundkenntnisse auf allen Gebieten der Neurologie. Er versteht die Zusammenhänge zwischen den neurologischen Erkrankungen, Fachkenntnisse aller Ressorts fehlen ihm.

b) Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat haben sich mehr mit der Epileptologie beschäftigt als ihre Kollegen. Ferner sind sie als Arzt in Epilepsie-Ambulanzen oder Epilepsie-Zentren tätig gewesen. Sie verfügen über Grundkenntnisse der Epileptologie.

c) Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat und Epileptologen finden wir in den Epilepsie-Ambulanzen. Sie arbeiten im Team und tauschen sich aus. Den Vorteil haben die Patienten

d) Die besten Kliniken für Epilepsie-Kranke sind schlichtweg die Epilepsie-Zentren. Dort begegnen den Ärzten (überwiegend Epileptologen) aller Fachrichtungen täglich Epilepsie-Kranke. Sie sind fit auf allen Gebieten dieses Krankheitsbildes und auch in der Lage, andere Fachrichtungen mit einzubeziehen.

Gute Fachärzte, egal ob Frauenärzte oder Epileptologen, arbeiten interdiziplinär, sie kennen die Wechselwirkungen zwischen Antikonvulsiva und Verhütungsmitteln. Sie wissen außerdem Bescheid über das Thema Schwangerschaft und Antikonvulsiva.

Zu den Generika sagt die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie:

„Laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) soll bei bestehender Einstellung mit Anfalls- und Nebenwirkungsfreiheit ein potentiell riskanter Präparatewechsel unterbleiben. Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, ist ein Präparatewechsel prinzipiell möglich. Wir empfehlen jedoch, in der Umstellungsphase besonders genau die Anfalls- und Nebenwirkungssituation zu beobachten und gegebenenfalls Serumspiegelkontrollen vorzunehmen und eine mögliche psychische Verunsicherung des Patienten bzw. der Patientin zu beachten“.


Wenn ein Arzt aus einem Epilepsie-Zentrum in den Arztbericht schreibt, dass ausschließlich Original-Präparate gegeben werden dürfen, hat sich der verschreibende Arzt in der Heimat danach zu richten. Mittlerweile ist auch von Wichtigkeit, dass der Arzt den Hersteller des Medikaments ins Rezept schreibt, damit nicht wirkstoffabweichende Re-Importe gegeben werden.

Liebe Grüße
Anton


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