Blackouts
Hallo,
finde ich klasse, dass Du dich um Deinen Freund sorgst und dir für ihn Auskünfte holst. Wenn Dein Freund während oder nach den Anfällen verwirrt ist, hat das nichts mit seinem Geist oder seiner Intelligenz zu tun. Das ist nun mal so bei Anfällen, der Patient weiß nicht, was er macht.
Du hast es richtig erkannt. Ärzte hantieren genauso wie die Personen anderer Berufsgruppen mit Fachausdrücken. Wenn Du sie nicht verstehst, musst Du nachfragen. Außerdem gibt es das Internet.
Jetzt zu den Punkten, die Dein Freund auf jeden Fall beachten muss, damit die Zahl der Anfälle so niedrig wie möglich bleibt. Er sollte Alkohol, Schlafentzug und Flackerlicht in Discotheken meiden. Gut wäre, wenn er seinen Schlaf-/Wachrhythmus einhält. Das Allerwichtigste ist: Er muss die Medikamente regelmäßig einnehmen. Wenn er sie vergisst, sinkt der Wirkstoffspiegel im Blut und es kommt zwangsläufig zu Anfällen. Er darf nicht Auto fahren.
Mit einem Anfallskalender kann er dem Arzt bei der Therapiefindung helfen. Eine noch größere Hilfe ist die Beschreibung des Anfallsablaufs durch Dritte. Du hast schon einige Male gesehen, wie es abläuft. Wenn Du es haargenau aufschreibst, kann der Arzt seine Schlüsse daraus ziehen und ihn viel besser behandeln. Es geht aber auch darum, dass er beim „richtigen“ Arzt in Behandlung ist. Zu diesen Ärzten kann er gehen:
a) Der Neurologe sollte nur der Ansprechpartern sein. Er hat Grundkenntnisse auf allen Gebieten der Neurologie. Er versteht zwar die Zusammenhänge zwischen den neurologischen Erkrankungen, das Fachwissen über Epilepsie fehlt ihm. Er kann zwar das Krankheitsbild Epilepsie bestimmen, viel mehr aber nicht.
b) Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat haben haben eine Zusatzausbildung für Epilepsie. Oft haben sie als Arzt in Epilepsie-Ambulanzen oder Epilepsie-Zentren praktiziert. Sie verfügen über Grundkenntnisse der Epileptologie.
c) In den Epilepsie-Ambulanzen finden wir Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat und Epileptologen. Sie arbeiten im Team und tauschen sich aus. Den Vorteil haben die Patienten.
d) Die Epilepsie-Zentren sind schlichtweg die besten Kliniken für Epilepsiekranke. Dort haben es die Ärzte, überwiegend Epileptologen, täglich mit Epilepsie-Kranken zu tun. Sie sind fit auf allen Gebieten dieses Krankheitsbildes und auch in der Lage, andere Fachrichtungen mit einzubeziehen.
Liebe Grüße
Anton
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