Fahrverbot/Angsfreie Behandlung

Anton, Tuesday, 16.03.2010, 10:53 (vor 6001 Tagen) @ Tom vom Berg

Hallo Tom,

mit der Uni-Klinik zu diskutieren ist richtig, aber bevor Du dort stationär Patient bist. Der Dialog sollte in folgende Richtung gehen.

a) Ist der Neurologie eine Epilepsie-Ambulanz angeschlossen? b) Sind dort Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat oder besser noch Epileptologen tätig? c) Wieviele Anfallskranke werden im Jahr dort behandelt? d) In welchen Epilepsie-Zentren waren die Ärzte zuvor tätig?

Ein Grand Mal wird ein Grand Mal bleiben. Entscheidend für die Beurteilung des Straßenverkehrsamtes ist die augenblickliche Situation. Auch hier stellen sich Fragen.

Wie oft geht der Patient zum Neurologen zur EEG-Messung? Wird ein Anfallskalender geführt? Zeigt das EEG bei Provokation Auffälligkeiten. Alles Weitere regelt die Richtlinie „Epilepsie und Führerschein“. Bei der Bemessung wird es einen Unterschied machen, ob der Patient sich selbst oder auch Fahrgäste befördern möchte.

Aus eigener Erfahrung empfehle ich: Ausschließlich in ein Epilepsie-Zentrum, zumindestens in eine Epilepsie-Ambulanz eines Epilepsie-Zentrums, zu gehen. Weil selbst eine lange Wartezeit auf den ersten Termin besser ist als eine jahrelange Falschbehandlung.

Es stellt sich eine letzte Frage. Woran krankt das heutige System? Die Frage ist leicht zu beantworten. Viele Mediziner haben leider immer noch nicht begriffen, dass es heutzutage den mündigen Patienten gibt. Er lässt sich nicht mehr schicken und schluckt Medikamente bis sein Tod alle Probleme löst. Die Medikation heißt nicht mehr vom Arzt verordnet, sondern die mit dem Patienten besprochene Medikamentensorte und -menge. Der Patient klärt sich auf in den neuen Medien. Es wird offener über Krankheiten gesprochen als noch vor Jahren. Einen großen Beitrag leisten die vielen Selbsthilfegruppen. Ich wünsche gute Besserung.

Viele Grüße
Anton


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