stress als auslöser

Andreas, Saturday, 26.06.2010, 14:54 (vor 5899 Tagen) @ Anton

Hallo Kat,

ich habe mich lange mit diesem Thema beschäftigt und es hat sich bestätigt, was Ärzte mir dazu gesagt haben.

Um es zu verallgemeinern: Wenn es im späteren Leben zu Anfällen kommt, hat meistens eine „Schwachstelle“ im Gehirn dafür vorgelegen. Sie kann entstanden sein durch einen Fieberkrampf im Kleinkindalter (Narbe) oder durch eine Blutung (Narbe) während der Geburt, oder eine Kopfverletzung (Narbe) oder es hat die genetische Veranlagung, Anfälle zu bekommen, vorgelegen.

Man trägt also eine „Schwachstelle“, so habe Ärzte mir diesen Mangel genannt, mit sich herum. Wer mit diesem „Makel“ in der Jugend oder als Erwachsener über langen Zeitraum exzessiv lebt, muss sich nicht wundern, dass diese Überlastung der Auslöser für Anfälle sein kann. Ich denke an Dauerstress durch Schlafentzug. Oder an eine Alkohol- oder Drogenkarierre, womöglich mit plötzlichen Abusus, der dann zu Anfällen führt.

Den Ärzten sind diese auslösenden Ursachen bekannt. Sie sehen sie den meisten Patienten an, ohne danach zu fragen. Die Körperbewegungen und das Verhalten einiger Patienten spreche Bände. Drogen sieht man den Augen an, genauso Alkohol.

Für die Ärzte sind die auslösenden Faktoren für eine Therapie wenig wichtig, viel mehr interessieren sie sich für Ursachen der Schwachstellen. Wenn sie bekannt sind, sind sie viel besser in der Lage, Diagnose und Therapie anzugleichen, was wiederum große Vorteile für den Patienten hat.

Liebe Grüße
Anton

Hallo Anton,

die "auslösenden" Faktoren sind dann für die Therapie wichtig, wenn sie die Krankheit nach wie vor beeinflussen oder wenn auch die Therapie davon beeinflusst wird. Alkohol oder Drogen sind dafür ein schönes Beispiel.

Zu der Theorie der Krankheitsentstehung stellt sich die Frage, inwiefern die Vernarbungen für die Therapie von Bedeutung sind. Die einzige Konsequenz aus dieser Diagnose wäre ja das Messer bzw. die chirurgische Entfernung des Narbengewebes, das vernarbte Gewebe lässt sich mit Antikonvulsiva jedenfalls nicht beeinflussen.

Vernarbungen dürften aber ohnehin nur bei wenigen Fällen ursächlich sein, meistens lassen sich meines Wissens nach keine hirnorganischen Schädigungen nachweisen. Daher orientiert sich die Behandlung vorwiegend an der Art der Anfälle, und es wird wohl in den meisten Fällen zunächst medikamentös behandelt. Und dabei wird versucht, das für den Patienten am besten verträgliche Mittel herauszufinden.

Grundsätzlich ist es immer schwierig, meistens sogar unmöglich, DIE letzte Krankheitsursache festzumachen. Jeder Mensch unterliegt täglich so vielen äußeren und inneren Einflüssen, dass die Reduktion auf einen einzelnen Parameter ziemlich unsinnig ist. Deshalb müssen wir uns wohl damit abfinden, dass eine "ursächliche" Therapie im eigentlichen Sinn nur selten möglich ist.

Viele Grüße.

Andreas


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