Epilepsiechirurgie
Hallo,
ich bin vor gut 4 Jahren operiert worden und auren- und anfallsfrei. Um einen Überblick zu bekommen, kopiere ich dir zwei meiner Aufzeichnungen hierein. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und bei der OP guten Erfolg.
Liebe Grüße
Anton
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Bin am Sonntag, 28.05.2006, abends in Bielefeld angekommen und habe mich im Hotel „*******“ eingescheckt:
29.05.2006 in die Klinik gegangen:
Vorbereitungstage:
29.05.2006 Mo 11.00 Uhr Eigenblutspende im Gilead
29.05.2006 Mo nachmittags Neuropsychologie HerrAngenent
30.05.2006 Di 08.00 Uhr Blutentnahme
30.05.2006 Di 10.30 Uhr Narkoseaufklärung im Gilead
30.05.2006 Di auf Abruf Neurochirurgische Aufklärung
31.05.2006 Mi abends Abführmaßnahmen, Körperpflege, Nagellack
entfernen, Duschen; Schmuck, Uhr, etc.
ablegen; Wertgegenstände einschließen,
31.05.2006 Mi ab 22.00 Uhr nüchtern bleiben
Operationstag:
01.06.2006 Do 07.00 Uhr Morgenmedizin
Blutdruck, Puls- und Temperaturkontrolle,
OP-Hemd, Antithrombosestrümpfe anziehen
07.30 Uhr Transport in den OP – Mara
Nach dem Eingriff bis zum anderen Morgen auf
die Wachstation
Erster postoperativer Tag:
02.06.2006 Frei vormittags Rücktransport auf Station 1 A,
Ggf. Röntgen und MRT,
Puls-, Blutdruck- und Temperaturkontrolle,
Entfernung von Wunddrainagen,
Kost- und Mobilitätsaufbau
Zweiter postoperativer Tag:
03.06.2006 Sa 08.00 Uhr Blutentnahme,
Pflege am Waschbecken,
Steigerung der Mobilität
Aufenthalt in der Epilepsie-Klinik Mara: Vom 29.05.2006 Mo bis 12.06.2006 Mo
(2 Wochen und 1 Tag)
Am 10. Tag nach der Operation werden die Wundklammern entfernt.
Entlassung bzw. Verlegung in die Reha am: 12.06.2006 Mo
Aufenthalt in der Reha in Bethel: Vom 13.06.2006 Di bis 10.07.2006 Mo ( 4 Wo)
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Tipps für das Verhalten nach dem Eingriff am Kopf
ich glaube, diese Frage relativ ausführlich beantworten zu können. Ich gehe davon aus, dass dir eine Operation bevor steht. Viele haben den Irrglauben, dass danach sofort wieder alles geht.
Mir ist über einen Zeitraum von 6 Wochen vor und nach der Operation immer wieder eingeflößt worden, wie ich mich danach zu verhalten habe, damit es nicht wieder zu Anfällen kommt. Es sind mir Patienten vorgestellt worden, die postoperativ wegen neuer Anfälle wieder in der Klinik waren, weil sie bestimmte Regeln nicht eingehalten hatten.
Mir ist immer wieder gesagt worden, dass gerade Patienten im Alter zwischen 18 und 30 nicht mit der neuen Freiheit umgehen können. Sie wollen das in drei Jahren nachholen, was sie in den letzten 10 Jahren versäumt haben. Der größte Wunsch ist der Führerschein. Obwohl dann die Mittel nicht vorhanden sind, wird ein Auto gekauft. Der Druck, dem man sich damit aussetzt, führt zu Anfällen.
Wer meint, ganz schnell von dem Medikamten loszukommen, gehört meistens nicht zu den Patienten, die anfallsfrei bleiben. Während in der Literatur viel von ein oder zwei Jahren zu lesen ist, die die Medikamente noch weiter genommen werden müssen, ist es individuell ganz unterschiedlich. Ich bin vor gut dreieinhalb Jahren operiert worden, anfalls- und aurenfrei, nehme weiterhin die Medikamente, obwohl das EEG völlig unauffällig ist. In meinem Fall ist es eine Sondersituation, ich habe seit September 2008 ein gebrochenes Genick nach Densfraktur, mein Kopf wird von 4 Titanschrauben gehalten, die Verknöcherung ist noch nicht abgeschlossen. Da ist mir das Risiko, einen Anfall zu bekommen, zu groß. Aus dem Grunde nehme ich die Medikamente weiterhin.
Arbeitsrechtlich abgesegnet und aus der Sicht der Krankenkassen geht man bei Operationen am Kopf mit der beruflichen Eingliederung wie folgt vor. Gleiches liegt als Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) sowie von namhaften Epileptologen vor, die diese Regelung befürworten.
Nach der Operation sollte der Patient ein bis zwei Monate krankgeschrieben sein. Danach lässt er sich mit einer Zwei-Drittel-Stelle über einen Zeitraum von gut einem Jahr wieder in den Arbeitsprozess eingliedern. Der nächste Schritt ist eine Halbtagsstelle über ein Jahr. Danach kann er, wenn sonst nichts dazwischen kommt, wieder voll arbeiten. Für diese Schritte gibt es öffentliche Programme, die den Arbeitgeber unterstützen, damit er mitspielt.
Obwohl ich ein paar Tage nach der Operation schon wieder weite Strecken am Tag laufen konnte, hat es mindestens ein gutes Jahr gedauert, bis ich wieder die Kraft von vorher wieder hatte. Ich habe mir bewusst Zeit gelassen und habe mich nicht in Bedrängnis bringen lassen. Vorgenannten Zeitrahmen kann ich nach dem eigenen Empfinden nur bestätigen.
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Lepidoptera,
17.01.2011, 12:13
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17.01.2011, 12:54
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Michi1202,
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