Psychogene Anfälle oder Epilepsie?

Mondenkind, Wednesday, 02.03.2011, 10:58 (vor 5648 Tagen) @ Relaia

Hallo Nana, hallo Relaia,

ich kenne das auch... ich hatte als Kleinkind Fieberanfälle und Gand-Mal-Anfälle, so dass ich noch regelmäßig jährlich beim Arzt war, allerdings habe ich die Medikamente nur bis ca. 9 Jahre eingenommen.

Mit 18 Jahren kam dann - der für mich - erste Anfall. Ich hatte etwa ein viertel Jahr vorher mit dem Arbeiten angefangen (ein Jahrespraktikum in einer Kindertagesstätte), hatte Probleme zu Hause, von dem ich erst kurz vorher meinen Freundinnen erzählt hatte... etc.

Im Krankenhaus rieten mir dann meine Freundinnen es der Ärztin zu sagen, was ich auch machte, sie sprach darüber mit meinem Neurologen und beiden war klar: "Psychogene Anfälle"... Ich nahm zwar Medikamente ein, aber die Anfälle kamen wieder, an schlechten, aber auch in guten Zeiten...

1999 zog ich wegen dem Studium um und suchte mir einen neuen Arzt. Der kannte die alte Diagnose nicht und machte seine eigenen Untersuchungen. Er hatte die Idee mit einer Epilepsieambulanz, aber da hatte ich - wie sich später zeigte - Pech gehabt...

Nach ein paar Jahren zog ich wieder in die Heimat, suchte mir aber einen neuen Neurologen. Inzwischen waren 6 Jahre vergangen, da musste sich dann jeder Arzt neu mit befassen.
Ich hatte über mehrere Jahre nur nachts Anfälle und durfte so meinen Führerschein machen, ich bekam eine Arbeit - keine Probleme mehr...

...bis 12.2007 die Anfälle wieder tagsüber auftraten. Mein Neurologe sagte: "Mondenkind, ich weiß nicht weiter, ich würde Sie gerne in eine Reha nach Bethel schicken" Ich stimmte diesem zu und es war das beste was mir passieren konnte.

Dort stellte man dann eine Vernarbung am linken Hippocampus fest (auch schon anhand der Bilder die ich von der letzten Epilepsieambulanz mitgebracht hatte und man verstand in Bethel nicht, warum man dort nichts weiteres gemacht hatte...). Es gab noch einige weitere Untersuchungen, ich holte mir eine zweite Meinung an der Uniklinik in Bonn und ließ mich letztendlich vor etwa 1,5 Jahren operieren, und habe zurzeit meine längste anfallsfreie Zeit seit 1996.

Wie ihr seht hat man mich also auch quasi 12 Jahre falsch behandelt... es nützt nichts, sich darüber aufzuregen, das weiß ich... aber ich möchte anderen, bzw. euch raten, dass wenn ihr nicht sicher seid mit der Diagnose, holt euch eine zweite Meinung, sagt eurem Neurologen, dass ihr in eine Epilepsieambulanz möchtet. Dies steht euch zu und keine Arzt sollte das verweigern.

In eine Epilepsieambulanz (oder Epileptologie) sind Ärzte die sich mit der Epilepsie auskennen und wenn sie dort nichts finden, dann könnt ihr sicher sein, dass sie recht haben.

Liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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