Kann meine epilepsie nicht akzeptieren!!!

Mondenkind, Monday, 21.03.2011, 11:17 (vor 5629 Tagen) @ schila

Hallo Schila,

meine Schwiegermama hat mir mal erzählt, das eine ihrer Nachbarinnen gesagt hatte "und die will dein Sohn heiraten? Was da alles mit den Kindern passieren kann...".

Meine Schwiegermama hat ihr daraufhin klipp und klar gesagt, dass meine Epilepsie mich nicht zu einem schlechten oder anderen Menschen macht - jeder hat seine Vor- und Nachteile.

Viele Menschen habe leider Vorurteile gegenüber der Epilepsie - sie geben ein Urteil ab, ohne sich vorher mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Das ist leider so, und es wird auch schwer sein, dass zu ändern.

Aber es hilft nicht, sich zu verstecken und nichts dagegen zu tun. Mit der Epilepsie kannst du vieles trotzdem machen, gerade wenn du die Anfälle nur aus dem Schlaf heraus hast.

Wenn es nach einer bestimmten Person gegangen wäre, hätte ich mein Studium als Sozialpädagogin nicht beendet.

Ich hatte über Jahre Freizeiten betreut. Die anderen wussten von meiner Epi und in all den Jahren hatte ich zwei, oder dreimal einen Anfall. Sie wollten mich aber immer wieder dabei haben - sie zählten meine Leistungen - nicht meine Epilepsie.

Während dem Studium sah ich dann einen Aushang, dass Freizeitbetreuer gesucht werden. Ich meldete mich dort und nahm an den Tagungen teil. Im ersten Jahr sagte ich nichts, ich war fast 2 Jahre anfallsfrei, warum also?

Doch die Anfälle traten wieder auf, so dass ich es im 2. Jahr der Leiterin mitteilte. Ihr Kommentar darauf: "Na, dann müssen wir mal schauen, ob du dann überhaupt noch mitfahren kannst".
Es gab viele Diskussionen und im Endeffekt ließ sie die anderen Mitbetreuer entscheiden (von denen 3 schon im Vorjahr die Freizeit mit mir betreut hatten) und sie entschieden sich 3:1 gegen mich...

Ich muss dazu sagen, dass sie den anderen die Verantwortung über mich übertragen wollte und sie dann dafür haften sollten, falls mir oder durch einen Anfall von mir einem der Kinder etwas passiert. Im Nachhinein also verständlich, dass sie sich so entschieden haben.

Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Ich machte mein Studium zu Ende, fand einen Job und sagte nichts über meine Epilepsie (ich muss dazu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon über 4 Jahre die Anfälle nur aus dem Schlaf heraus hatte), machte meinen Führerschein und alles war gut.

Keine Fragen, keine Diskussionen.

Was ich damit sagen will, du musst nicht jedem von deiner Epilepsie erzählen - gerade den Kunden würde ich auch nichts sagen, aber mit deinem Freund, deiner Familie und deinen (engen) Freunde solltest du von deiner Epilepsie und deine Sorgen erzählen. Das hilft ungemein. Vielleicht hilft dir dabei auch das Erzählen deiner Sorgen und Probleme hier im Forum, aber das sollte nicht ausschließen, auch mit den oben schon erwähnten darüber zu reden.

Ich wünsche dir viel Kraft!

Viele liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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