Frust
Hallo Musica,
Ich kann dich gut verstehen. Auf der Arbeitsstelle ist der Teufel los, zu Hause läuft es nicht nach Deinen Wünschen, der Blick in die Zukunft ist ungewiss. Vielleicht hast Du gerade die Mensis, das Ganze begießt Du mit sentimentaler Musik. Da ist selbst ein gesunder Mensch überfordert.
Die Annahme, nicht perfekt zu sein, anderen nicht zu genügen, hypersensibel zu werden, gehört zum Krankheitsbild Epilepsie. Der Arzt und Psychologe Maslow hat sich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg Gedanken über die Bedürfnisse der Menschen gemacht und sie veröffentlich. Damals wurde er dafür belächelt. In einer Bedürfnis-Pyramide, auch Bedürfnishierarchie genannt, unterteilte er die für den Menschen „lebenswichtigen“ Dinge in 5 Punkte. Als Wichtigstes nannte er die existenziellen Bedürfnisse. Danach kommt die Sicherheit. Hätte man ihn ernst genommen, wäre es höchstwahrscheinlich nicht zum Ausbruch des Krieges gekommen. Damals hatten die 10 Mio Arbeitslosen nichts zu essen, viele nicht einmal eine Wohnung. Ohne diesen Mangel wäre der Kriegstreiber nicht gewählt worden. Als zweithöchstes Bedürfnis nannte er „Anerkennung, Lob und Ehre.“ Dir lässt man Lob zuteil werden, Du übersiehst es.
Du nimmst die guten Dinge nicht wahr und denkst an Negatives. Du stellst die Gutmütigkeit des Kollegen in Frage und unterstellst ihm, „Verfressenheit“. Wenn Du viel oder zuviel Arbeit hast, solltest Du es als Anerkennung sehen. Wenn Deine Kollegen es dir nicht zutrauten, würdest du tatenlos in Deinem Zimmer sitzen.
Du siehst als Einziges positiv die Qualität Deiner Arbeit. Am Montag solltest Du so tun, als wenn nichts gewesen wäre. Wenn dich jemand darauf anspricht, banalisierst Du und konterst, „einen schlechten Tag kann jeder mal haben, wo liegt das Problem?“ Wenn Du gefragt wirst, erwiderst Du: „Warum fragen Sie?“ Was meinst Du, wie geschockt der Fragende sein wird. Dem bleibt die Sprache weg. Hast Du es nötig, Deine Befindlichkeit zu erklären? Auf keinen Fall.
Du lebst von der Arbeit und nicht von Erklärungen. Du weißt, dass Du gut bist und anfallenden Verpflichtungen nachkommen kannst. Ich würde nicht mit dem Chef reden. Du dich selbst anklagen? Nein! „Wer sich verteiligt, klagt sich an.“ Dafür hast Du keinen Grund. Ich wünsche gute Besserung!
Viele Grüße
Anton
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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!
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Musica,
16.04.2011, 12:13