Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

Susa, Tuesday, 31.05.2011, 18:27 (vor 5558 Tagen) @ salomon

Hallo Salomon

Klar kannst du fragen. Ich war damals auf Sizilien und hätte an alles gedacht, nur nicht an Epilepsie. Aber in den Beiträgen hier habe ich jetzt eine ähnliche Schilderung gefunden. Ich hatte damals große Probleme und eine massive Wochenbettdepression nach einer schwierigen Schwangerschaft. Heute erkennt man ja gerade, dass Depression und Epilepsie stark zusammenhängen, bzw. aus der gleichen Wurzel gespeist werden könnten. Ich war gerade ins Ausland gezogen. Ich kam hinten und vorne nicht zurecht. Und da passierte mir in einem Jahr ziemlich regelmäßig Folgendes: Ich bekam Bauchscmerzen, wie bei Blähungen oder Durchfall, und ein gefühl von Übelkeit. Ich bin dann auf die Toilette und dort wurde mir dann regelmäßig schwarz vor Augen und ich wurde mal kürzer oder mal länger ohnmächtig. Manchmal lag ich dann auf dem Boden. Ob ich gekrampft habe, weiß ich nicht. Ich war da immer allein. Aber eines weiß ich: Ich hatte nie Durchfall oder Blähungen. Wenn es vorbei war, war es vorbei. Müde und abgeschlagen war ich sowieso immer. Mein Sohn schlief bald zwei Jahre nicht durch. Das habe ich dann nicht gesondert wahrgenommen.Ich habe es auf den Kreislauf geschoben.
Der Schwerpunkt meiner Probleme blieb dann erstmal bei Depressionen - viele Jahre lang - das wurde immer schlimmer, bis ich endlich Hilfe fand. Diese komischen Anfälle hörten wieder auf. Ein EEG wurde niemals gemacht.

Jetzt habe ich das dem Neurologen zusammen mit anderen Ohnmachten und auch mit etlichen "Anfällen mit Vorgefühl und Zittern und leicht Wegtreten", die ich ebenfalls lange nicht als solche wahrgenommen habe, erzählt. Und es gibt auch noch ein paar Sachen, die ich bisher niemandem erzählt habe. Aber es scheint doch einen Zusammenhang zwischen all dem zu geben. und ich hatte insgesamt die letzten vier jahre vier mal ein größeres Ereignis, mit Krämpfen und Ohnmacht, wobei ich aber über die Stärke nicht viel sagen kann. Einmal waren Leute dabei, die solche Sachen sagten, wie: "Das sieht aus, wie ein epileptischer Anfall... sollen wir nicht lieber den Arzt holen?" Ich habe das gehört, konnte aber absolut nicht antworten oder Zeichen geben, dass ich wieder da war. Ein Freund sagte, das ich anfangs nicht geatmet hätte, als ich die anderen wieder hörte, war ich wie gelähmt und hinterher war meine Hose nass.

Klingt vielleicht komisch, aber auch das habe ich erstmal wieder verdrängt.
Es gab Gründe, nicht zum Arzt zu gehen. Ich wäre sofort aus dem Job geflogen, weil ich mit diesen Leuten zusammen war, weil gekifft wurde und weil ich für die Betreuung von psychisch Kranken nicht mehr tragbar gewesen wäre.

Einmal waren die bewegungen immerhin so, dass ich den Tisch vor mir "abgeräumt" habe und einmal musste ich mich auf den Boden legen, hatte furchtbar Angst und konnte mich eine Weile nicht rühren.

Auch jetzt passiert es mir trotzdem immer noch wieder, dass ich es noch nicht glaube und denke, vielleicht ist es doch ein Irrtum, sobald mal eine Zeit Ruhe ist. Jetzt inzwischen hat meine Ärztin ein EEG beim Neurologen und dieser dann einen Kernspint veranlasst. Beide ohne Ergebnis - außer ein paar Ministellen mit mangelnder Durchblutung - eigentlich altersangemessen. Trotzdem hat der Neurologe gemeint, dass es eigentlich nichts anderes sein kann.

Grüße

Susanne


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