neu hier und gleich viele fragen

loewe.philipp, BaWü und Thüringen, Friday, 25.11.2011, 19:08 (vor 5380 Tagen)

hallo

ich möchte mich gleich am anfang bedanken das ihr euch die zeit nehmt das zu lesen und ebenfalls möchte ich mich für alle antworten bedanken.

seit der diagnose epilepsie habe ich versucht mir alle fragen selber zu beantworten. habe viele sachen immer "gut" geredet um besser damit leben zu können. auf gut deutsch war ich zu stolz und konnte/kann noch nicht mit der diagnose leben. ich konnte es bzw habe es psychisch noch nicht ganz verarbeiten können weil mein "kartenhaus des lebens" ein mal komplett zusammengefallen ist. ich habe den job, die beziehung und mein lebenstraum verloren.
vor einiger zeit kam dann aber die einsicht, dass es besser ist mit hilfe zu suchen.
egal zu welchem arzt man geht es ist überall das selbe. massenabfertigung, medikamente und so schnell wieder gehen.
eine lange phase der ruhe kam bis ich heute diese seite gefunden habe.
jetzt probier ich es hier.
ich erhoffe mir hier eigentlich nur rat und hilfe. erfahrungen wie ihr damit lebt und hilfestellung was ich besser machen kann. tipps und tricks wie man besser damit leben kann.

um eventuell auch fachspezifische antworten zu bekommen fang ich mit der anamnese an:
-ich bin 24jahre alt
-exakte diagnose:generalisierte,idiopatische epilepsie
-reizfaktoren:schlafentzug, stress und harn-/stuhl-drang
-anfallsverlauf:plötzlicher schweissausbruch, kältegefühl, "weiße punkte" im sichtfeld
-anfallsdauer:jeder der beobachtet worden ist dauert nicht länger wie 1-5minuten
anfälle:10/2009-10/2011 keinen anfall. november 2011 den ersten anfall nach der diagnose (unter schlafentzug bei mir zu hause)
-bei 80% der anfällen harn- und/oder stuhlinkontinenz
-medikation: 2x1000mg Levetiracetam

1.frage: ernährung
2010 als ich aus der bundeswehr ausgetreten bin und das erste mal zu einem zivilen arzt gegangen bin wog ich auf 192cm größe ca 110kg. typisch soldat hatte ich eine sehr trainierte figur.
mittlerweile wiege ich (hand aufs herz) 103kg. aber leider keine trainierte figur. meine ärztin hat mir nahegelegt nicht mehr zu trainieren.
begründung: je mehr muskeln, desto mehr brauchen sie blut, ergo: zu wenig blut im gehirn. (sinnvoll oder nicht sinvoll?)
ich bin nicht faul und fahre seit dem viel fahrrad um fit zu bleiben aber
KLAR achte ich auf die ernährung, dumm bin ich ja nicht. aber wenn ich zu wenig esse bzw in nicht regelmäßigen abständen ist mein kreislauf nicht stabil.
-> schweissausbrüche und schwindel=angst vor einem anfall

2.frage führerschein
mir wurde ein "ärztlicher rat" gegeben 1jahr keinen auto zu fahren.
ich war 2jahre und einen monat anfallsfrei, bin auch wieder ein jahr auto gefahren aber bevor ich das nächste mal zu der ärztin gehe wollte ich wissen was das jetzt heißt.
ich bin militärpolizist gewesen und naja ein kleiner paragraphenreiter. aber ich habe nichts gefunden was es exakt regelt.

3.frage: behindertenausweis
als angehender physiotherapeut muss ich leider den ganzen praktikaeinrichtungen vorab sagen, dass ich unter epilepsie leide.
jedes mal frage ich die einrichtungen wie die chance steht eine einstellung TROTZ epilepsie zu bekommen.
3x dürft ihr raten welche antworten kamen.
deswegen wurde mir ein behindertenausweis nahegelegt.
hurra !!! ...?
was für vorteile habe ich daraus?
oder noch wichtiger welche NACHTEILE?
welchen GdB bekomme ich?
wie übt sich das auf meinen führerschein aus?
in welcher form unterstütz mich der staat damit?

4.frage: nebenwirkung
mein größtes problem sind die konzentrationsprobleme. ich merke es sehr oft das ich mich den unterrichtsstoff einfach nicht merken kann.
in der ausbildung zum militärpolizisten habe ich sämtliche lehrgänge mit 1,5-1,8 abgeschlossen. momentan bin ich ein 3er schüler.
es gibt phasen in denen ich einfach nicht das haus verlassen möchte.
depressionen, kopfschmerzen, übelkeit etc.
gibt es besser verträgliche medikamente? bzw andere möglichkeiten gegen die nebenwirkungen?

5.frage: fachklinik für neurologie/epilepsie
ich habe meine ärztin schon sehr oft darauf angesprochen das ich wissen will wo die ursache ist. was genau der grund dafür ist.
ich lebe seit 2jahren mit einer "vielleicht" antwort.
mit einem ja kann ich leben, mit einem nein auch nicht.
ich werde, egal wie gezielt ich nachfrage, egal ob ich auf was bestehe behandelt als ob ich ein stoffsitz auf dem fließband von mercedes benz bin.
welche fachklinik ist führend?
wer kann mir helfen und exakt sagen was ich habe?
welche klinik nimmt sich auch mal zeit für den patienten und hört sich alle probleme an?
wer kann mit weiterhelfen und auch tipps geben in alternativbehandlungen.
wo sich die klinik befindet ist mir relativ egal. ich würde überall hinfahren um endlich antworten zu bekommen

nocheinmal will ich mich bedanken das ihr euch die zeit genommen habt das alles durchzulesen und evtl. auch zu antworten


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