Spiegel
Hallo beatmeup,
auch von mir ein "sorry"
, aber so ganz kann ich deine Meinung nicht teilen.
das halt ich für ein gerücht ^^ dass die medis eine wirkung haben steht ausser frage, aber was sie im körper machen weiss man überhaupt noch nicht. vllt noch metabolisieren oder nicht etc. hemmung von ionenkanälen, freisetzung von gaba etc. aber wie und welche stoffwechsel- und signaltransduktionswege beeinflusst werden fast bis überhaupt keinen schimmer.
natürlich weiß man, gerade bei den neueren Wirkstoffen, noch nicht, was sie alles genau machen und was sie im Einzelnen alles für Wirkungen haben können, aber bei Levetiracetam weiß man z.B., dass es mit dem sog. Vesikelprotein SV2A interagiert, welches bei Ca-abhängiger Exozytose eine wichtige Rolle spielt. Und dieses SV2 gibt es nicht nur in Neuronen, sondern z.B. auch in der Bauchspeicheldrüse (deshalb die NW mit dem Gewicht) und Ca ist ein wichtiger second-messenger für die Thrombozytenaggregation (und Bildung) und die Aktivierung der Signalkaskaden bei Immunantworten (es gibt bei Keppra ja diese potentielle NW einer erhöhten Infektanfälligkeit, wohlgemerkt: potentielle NW, nicht zwingend (ich habe zB noch nichts davon gemerkt)). Und so gibt es viele weitere Bsp. Man weiß z.T. relativ gut, was die Wirkstoffe auf molekularer Ebene bewirken, nur zu was das dann in vivo führt, kann man oft nicht vorhersagen, da diverse Interaktionen nicht vorhersagbar sind. Deshalb hab ich ja auch geschrieben: "für Nebenwirkungen haben kann, nicht müssen" und du kannst dir sicher vorstellen, dass dieses "haben kann" einen viel verrückter machen kann als ein "so ist es".
sprich man weiss nur, dass es gegen epileptische anfälle hilft, mehr aber auch nicht.
und was sagst Du zu Lamotrigin oder Carbamazepin: das sind zB u.a. Na(v)-Kanal-Blocker und weil man das weiß, hat man vor einigen Jahren recht erfolgreich angefangen sie auch gegen neuropathische Schmerzen einzusetzen.
Also so gar keine Ahnung hat man auch wieder nicht. Viele Einzelheiten und Details sind wirklich unbekannt, aber einiges an Wirkmechanismen ist auch klar. Das Problem ist eher, einzuschätzen, welcher Stellenwert den einzelnen Wirkungen zukommt, ob es eine relevante Wirkung ist, oder ob sie im komplexen Organismus kompensiert wird und kaum zum tragen kommt.
Hoffe, ich konnte einigermaßen auf das eingehen, was du meintest. Falls du es anders meintest, schreib doch nochmal.
Liebe Grüße,
Relaia
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Musica,
07.01.2012, 17:50
- Spiegel - Wop, 07.01.2012, 18:00
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