Beziehung zu einem Epileptiker
Hallo Schusselchen,
mit einem Epileptiker lebe ich nicht, ich bin eben die Epileptikerin (neuerdings). Und meine zwei Lebenspartner beschweren sich nicht, solange sie ihr Futter und Streicheleinheiten bekommen. Miaou!
Spaß beiseite. In Deinem Bericht fallen mir drei Punkte auf:
1) hast Du Dich wirklich von Deiner früheren Beziehung getrennt? Ich meine nicht gesetzlich, sondern emotional? Positive wie negative Gefühle? Willst Du Dir doch beweisen, dass die Probleme nicht an Dir lagen oder Deinem früheren zeigen, dass Du viel besseres gefunden hast? Ich würde auf jedem Fall darüber grübeln.
2) Dann der Glucken-Effekt. Als meine jüngere Tochter letztes Jahr von meiner symptomatischen Epilepsie erfuhr, benahm sie sich sehr feinfühlig, zartbesaitet, hilfsbereit. Aber mit der Zeit finde ich, dass sie zuviel Einfluß auf mein Leben nimmt und nehmen will. Keineswegs boshaft aber es reizt mich immer mehr. Ich bin doch nicht gaga!! Bin heute noch so gereizt, dass sie für etwas so insistiert hat, das ich sowieso angehen wollte, aber auf meiner Art! Ich könnte mir deswegen eine Abwehrreaktion seitens Deines Freunds gut vorstellen.
Habe gestern meine Tochter am Telefon ziemlich scharf abgewiesen und heute Telefon wie Klingel abgestellt, dazu zugesperrt und den Schlüssel stecken lassen. Ich bin doch mein Herr! Oder besser meine Frau??
Habe übrigens auch eine Schwester (nicht epileptisch, sondern bipolar, wohl degenerierte Familie
), die Obermacht auf andere nehmen will, nur weil sie helfen will und kann (meint sie!). Sie nervt mich unheimlich, will mich z.B. neuerdings in ihre Art der Religion "konvertieren". Ich habe dabei das Gefühl, sie schwirrt nur um mich herum, wie eine Scheißfliege!!
Könnte also Dein Bekannter eben fürchten, dass Du ihn zu sehr / zu nah bevormünden will? Und sich bewußt oder nicht etwas zurückziehen?
3) Und dann seine Macken, pardon, Gewohnheiten. Für mich hat es, wenn überhaupt, nur randmässig mit Epilepsie zu tun. Solche übertriebene Ordnungsfanatiker sind mir immer suspekt. Keine Kreativität, Angst vor Neuem, Festklammern an was besteht oder noch schlimmer mal bestanden hat. Zugegeben etwas Ordnung und System muss schon sein, ärgere mich regelmässig, wo ich meine Brille schon wieder hingelegt habe (nicht im Kühlschrank), anstatt einfach ins Etui. Aber trotz allem liegt die Brille "logisch", meist einfach, wo ich sie zum letzten Mal benützt hatte. Aber sie immer in dieses Etui auf diesem Tisch in diesem Zimmer legen müssen??
P.S. mein (sehr) früherer Ehemann war auch von dem Typ... vielleicht bin ich nicht ganz unparteiisch
Auf jedem Fall nimmt Dir Zeit und treffe noch keine endgültige Entscheidung, z.B. Deine Wohnung noch nicht aufgeben, auch wenn Du immer bei ihm bist.
mezeg
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Schusselchen,
17.06.2012, 17:50
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