Auras

mezeg, München, Friday, 20.07.2012, 19:40 (vor 5141 Tagen) @ Mayerbolle

Hallo Steffen,

Auras kenne ich schon, sie sind mir keine effiziente Hilfe vor einem GM-Anfall. Vor der OP kamen die Anfälle nachts während des Schlafs, danach tagsüber aber nur 3 x. Jetzt mit 225 mgr Lamotrigin bis auf weiteres keine mehr.

Vor jedem Anfall zwar eine Aura aber zu kurz, um Nutzen zu ziehen. Das erste Mal (sitzend am Küchentisch) lief mir eine "Stromwelle" mit einer verschwommennen Erinnerung von rechts nach links durch den Kopf. Ich dachte mir: "Ist das Ricchi & Poveri?", dann kam die nächste Welle von rechts nach links und ich wachte lange Zeit danach im Bett.

Das zweite Mal war ich im Badezimmer, als ein starkes Unwohlsein mich überfiel. Ich wußte nicht, was los ist, setzte mich auf die Kante der Badewanne und erwachte wieder im Bett. Dürfte sogar, während der "Relaxe-Phase" obwohl bewußtlos aufgestanden und zur Toilette gegangen zu sein, leichter Zungenbiss, als ich wieder zurück ins Bett einstieg. Nur an kleine Spuren nachziehbar, alles lief ordentlich.

Das dritte Mal spielte ich Karten auf dem Balkon mit meiner Tochter. Es kam wieder eine Stromwelle mit konfuser Erinnerung von rechts nach links und ich war weg. Die Tochter sagte aber, dass ich noch total unsinnig gesprochen habe: auf eine Frage über Kartoffeln antwortete ich Hartz IV, die Karten habe ich geschmissen oder nach ihren gegriffen, als Ablenkung schlug sie vor, die Wäsche gemeinsam zu hängen aber ich war schon längst weg und krampfte dann.

Also so kurz vor dem Anfall nützt mir die Aura nicht, allerdings meldete sich die Gefahrensituation mit kleinen Auras schon lange im Voraus: Übelkeit (kenne ich normalerweise nicht, also immer gelbe Ampel!), Unruhe, Unwohlsein, deutliche Sprachstörungen (stottern, stammeln, nicht wissen, was ich sage). Ich habe es einfach nicht wahrnehmen wollen.

Nun bekomme ich zwar noch hier und da Auras aller Typen (Übelkeit, Unruhe, Angst bis Panik, Aphasien), eigentlich nach einer Psycho-Stress-Situation nachvollziehbar. Ich beunruhigt mich nicht mehr so stark, weil sie langsam verblassen oder weil ich sie nicht mehr so schwer bewerte und dadurch etwas entschärfe. Hoffe, dabei bleiben zu können.

mezeg


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