Angst wegen grand mal Anfällen

mezeg, München, Saturday, 21.07.2012, 19:12 (vor 5140 Tagen) @ Kinerix

Hallo,

bei mir wurde auch die Epilepsie durch eine walnussgroße Hauthirntumor verursacht, die mit einer OP säuberlich abgeschält wurde. Vor der OP erfolgten mehrere schwere Anfälle nachts, was lange nicht aufgespürt wurde, weil meine zwei Katzen darüber keine Auskunft gaben.

Nach der OP 6 Monaten mit Keppra, nach der Absetzung Grand-Mal Anfälle März 2011 (ohne Medikamente), August 2011 (mit Lamotrigin halber Dosis, also 2 x 50 mgr) und Oktober 2011 weiterhin mit halber Dosis. Seitdem 2 x 100 mgr, seit Februar 125 - 0 - 100. Keinen Grand-Mal-Anfall seitdem, allerdings Auras, Übelkeit und Aphasien (Sprachstörungen). Das Ganze liegt an der Narbe an der operierten Seite. Laut Internist sehr seltene Komplikation, laut Neurologe 50% Risiko.

Vielleicht ist die Dosis für Deinen Mann einfach etwas zu schwach? Was sagt der Neurologe dazu? Es braucht oft viele Versuche von Medikamenten und Dosis, bis man das passende findet, wir reagieren alle ja anders.

Dass man bei so einem Anfall "einfach" sterben kann, kommt mir sehr unwahrscheinlich vor, man müßte wohl bereits am Steuer auf der Autobahn sein oder gerade mit einer Kreissäge rumspielen. Auch wenn es so spektakulär erscheint. Bei meinem dritten Anfall war meine jüngere Tochter dabei (39 Jahre) und obwohl sehr realist war sie schwer betroffen.

Sie hatte den Sanka angerufen, der mich unbedingt ins Krankenhaus fahren wollte, als ich nach etwa einer Stunde selbstständig erwachte aber zuerst zu sprechen große Schwierigkeiten hatte, obwohl ich alles klar und rational dachte: "Ich muss nicht ins Krankenhaus, nur jetzt ausruhen, heute abend mit der Aufdosierung gleich anfangen und morgen den Neurologen aufsuchen". Letzterer hat mir am nächsten Tag bestätigt, dass ich richtig geurteilt hatte. Ich gab den Drang der Sanitäter und der Töchter (die ältere wurde dazu gerufen) doch nach, weil ich zu schlapp zu widersprechen war und kam doch am gleichen Abend zurück.

Braucht Dein Mann wirklich jedesmal den Notarzt oder doch eine längere Erholungspause danach? Bei den zwei ersten Grand-Mal Anfällen bin ich jedesmal bewußtlos aber doch zielsicher und trotz Hindernissen ins Bett gegangen, wovon ich schätzungsweise eine Stunde später erholt aber verständnislos aufwachte.

Wie lange hat er Krämpfe? Fällt er zum Boden? Zungenbiss? Bekommt er Vorzeichen, Übelkeit, Unruhe, Sprachstörungen? Wenn ja, wie lange vor dem Anfall?

Vor einer Flugreise würde ich auf jedem Fall die Problematik ausführlich mit dem Neurologe besprechen. Noch dazu in ein fremdes Land? Wie sieht die entsprechende medizinische Versorgung aus? Spricht Ihr spanisch? Ich würde mich nicht darauf verlassen, bei jeder Gelegenheit deutsch sprechende Hilfe zu bekommen.

Auf jedem Fall viel Mut und Optimismus
mezeg


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