Erfahrungen mit Absetzen von Medikamenten?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 25.09.2012, 20:47 (vor 5073 Tagen) @ Loraine

Autsch sag ich jetzt erst einmal. Also mal ganz Grundsätzlich:

Die "Originalpräparate" und Generika haben zwar den gleichen Wirkstoff in den entsprechend angegebenen Konzentrationen, sind aber untereinander (meist) nicht Bioäquivalent. Die sogenannte Bioäquivalenz umfasst z.B. die Geschwindigkeit, mit der ein Wirkstoff im Körper aufgenommen wird, was zu unterschiedlichen Spitzenkonzentrationen im Serum führen und damit die Wirkung beeinflussen kann.

Deshalb soll man eigentlich auch immer nur ein und das selbe Generikum bekommen, weil streng genommen von einem Generikum zum anderen eine Umstellung erforderlich sein kann. Bei mir z.B. wird immer konkret das Generikum angegeben und dann noch das "Aut idem"-Kreuz gesetzt, damit das Konstant bleibt. Man kann aber auch bei nicht gesetztem Kreuz in der Apotheke dazusagen, welches Generikum man bekommt.
Wenn das von der Kasse wie die anderen bezahlt wird, bekommt man es auch so. Die Apotheken geben nur gerne immer zuerst das raus, was sie selbst halt auf Lager haben, wenn sie die Wahl haben.

Was ich aus der Epilepsieambulanz weiß, ist dass z.B. das Levetiracetam von UCB das firmeneigene, bioäquivalente Generikum zum Keppra ist und dazwischen keine Umstellung notwendig ist. Keppra selbst zu verschreiben, kommt den Ärzten wegen den Generika teurer. Wenn sie dann das Generikum von UCB verordnen und das Aut-Idem-Kreuz nicht gesetzt wird, bekommt man in der Apotheke leicht, meist ohne zu wissen, dass das die Wirkung beeinflussen kann, von heute auf morgen was "anderes".

Jetzt versteh ich vermutlich auch, wieso die Arzthelferin den blöden (rechtlich absolut schwachsinnigen Kommentar, da sie einer Behandlungspflicht nachkommen müssen) Kommentar losgelassen hat: Wenn Du den Unterschied nicht gekannt und "Keppra" gesagt hast und sie an das Original gedacht hat, hätte das doch deutliche Kosten für die Arztpraxis verursacht.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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