Problem einen guten Arzt zu finden

mezeg, München, Friday, 04.01.2013, 14:10 (vor 4973 Tagen) @ LuLa

Hallo Lula,

habe das unschätzbare Glück in einer Großstadt zu leben. Als die Epilepsie bei mir vermutet wurde, gab mir die Hausärztin 2, 3 Adressen von Neurologen. Der erste, den ich anrief, erwies sich als Glücksfall. Den ersten Termin bekam ich drei Werktage danach, seine Mischung aus Ruhe, Sicherheit und Freundlichkeit gab mir sofort das Gefühl in guten Händen zu sein. Und es ist weiterhin so.
Dazu ist die Praxis nur 3 km von mir entfernt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder zu Fuß gut erreichbar.

Wenn es sich bei Deinem Medikament um Lamotrigin handelt, sollte - laut meinem Neurologen - die Aufdosierung nur 25 mgr jede zweite Woche erfolgen. Und ich kann es nur bestätigen! Hatte mich einmal vertan, 2 x 100 mgr anstatt 2 x 50 genommen und hätte jeden Feuerdrachen zu Asche pusten können! Schlafschwierigkeit, Unruhe bis (leichte) Aggressivität sind dabei, es legt sich aber langsam mit der Zeit. Hautprobleme habe ich nicht bekommen aber das Problem besteht bei zu schneller Aufdosierung.

Habe die Aufdosierung "emotional" nicht gut akzeptiert und um eine "Pause" auf halber Dosis gebeten. Der Neurologe war nicht begeistert - und hatte doch recht... - betonte aber, er verstand seine Rolle als "Berater", die Entscheidung treffe ich. Sowas fördert bei mir auch das Vertrauen ihm gegenüber. Verlange von Deinem Neurologen ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe, bereite Deine Fragen und nimm Deinen Mann mit.

Wenn ich - eigentlich nur - ein Rezept brauche, wird es zwar von den Arzthelferinnen ausgestellt, allerdings immer vom Neurologen überreicht, der bei der Gelegenheit fragt, wie es mir geht. Freundliches Lächeln inbegriffen.

Nach der OP war ich unter Keppra für 6 Monate. Als ich das erste Rezept nach der OP die Hausärztin fragte, stellte sie mir das Rezept, wie ich es darstellte. Natürlich weißt sie, daß ich keinen Quatsch erzähle. Sie hat mich dabei untersuchen und fragen wollen, obwohl ich nur um das Rezept bat. Und sie fragt, wenn ich ein anderes harmloses Rezept in ihrem Bereich frage, wie es neurologisch geht und nimmt sich ab und zu Zeit für ein richtiges Gespräch darüber, sie hält sich am Laufenden und unterstützt somit die reguläre Behandlung vom Neurologen. Hast Du so einen Hausarzt, der einen guten Teil der Versorgung übernehmen könnte?

Der Neurologe schickte mich übrigens diesen Sommer zu einem Kollegen - und Epileptologe - zur Mitbehandlung, weil ich mit "Absences" auf die Aufdosierung reagiert hatte. Dieser zweite war medizinisch-technisch bestimmt sehr gut, irgendwie kam ich aber mit ihm nicht zurecht. Nicht weil er auf Keppra umstellen würde oder unfreundlich war, ich hatte das Gefühl, daß er um mich "tanzt" und nicht ganz wußte, wie er mich einordnen kann. Bib also beim ersten und Lamotrigin geblieben.

Viel Glück bei der Suche

mezeg

P.S. Die "Absences" erwiesen sich nachträglich als "Sekundenschlaf" wegen Lamotrigin verursachtes akutes Schlafdefizits. Ist nun o.k.


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