fokaler Anfall - total peinlich....

mezeg, München, Friday, 17.05.2013, 16:08 (vor 4839 Tagen) @ Celeste

Hallo Celeste,

Vor der OP passierte es nur nachts und dann waren nur die Katzen anwesend... ;-) ;-)

War alleine in der Wohnung bei den 2. ersten GM-Anfällen und ging bewußtlos - oder ohne Erinnerungsvermögen - selbständig ins Bett. Bei meinem 3. GM-Anfall tagsüber (nach der OP) war meine jüngere Tochter - 39 Jahre - anwesend. Sie drehte nicht durch, wußte aber nicht gezielt, was tun. Bin eben "Jung-Epileptikerin", sie hatte nie einen Anfall miterlebt. Also rief sie 110, dann ihre Schwester (Rettungssanitäterin), weil der Sanka nach ihrer Vorstellung so lange brauchte. Bei der Nachbarin hat sie auch geläutet, die nur aufgeschreckt reagierte und auch noch meinen verschreckten Kater in ihre Wohnung ließ, wo die Fenster geöffnet waren - im 5. Stock!!! :-( :-( :-(

Als die Sanitäter kamen, ging es zuerst ruhig-sachlich. Aber ich soll versucht haben, meinen T-Shirt auszuziehen - Striptease in meinem Alter...:-D :-( :-D :-( :-D !!! Und der T-Shirt hatte Blutflecken (Zungenbiß). Sie sagt, mir sanft geholfen haben, den T-Shirt doch wieder anzuziehen.

Als die ältere Tochter ankam, brachte sie eine unnötige unfachmännische Hektik mit. Ihre Kollegen standen dadurch unter Druck.

Ich wachte in einem Sessel auf, wurde vom Balkon ins Wohnzimmer "wie einen naßen Kartoffelsack" getragen. Der eine Sanitäter sprach mich ruhig-freundlich an, daß sie mich ins Krankenhaus bringen wollten. Ich wußte, daß es keinen Sinn macht, nur das Medikament doch auf die vom Neurologen gewünschte Dosierung erhöhen und ihn am nächsten Tag aufsuchen. Ich konnte aber mehrere Minuten lang kein verständliches Wort aussprechen, obwohl ich vollkommen wußte, was los war.

Habe nur nachgegeben, ins Krankenhaus mitgenommen zu werden, weil die Sanitäter - sanft - und die ältere Tochter - rabbiat - insistierten. Ich wollte nur ins Bett und meine Ruhe haben. Die jüngere half mir, einen frischen Shirt anzuziehen.

Kam am gleichen Abend zurück, von der älteren - weiterhin herrscherisch - abgeholt, was akuten zusätzlichen Streß verursachte. Ich drohte aus dem Auto zu springen, wenn sie nicht endlich schweigt. Und war nah daran noch in der Fahrt die Tür aufzusperren!

Die jüngere Tochter war zu Hause geblieben, und hatte einen erwarteten Jungen betreut. Ihm aber nur gesagt, ich sei auf dem Kopf gefallen, kein Wort von Epilepsie. An dem Abend hat sie noch von ihren Beobachtungen während des Anfalls berichtet, worauf der Neurologe sehr interessiert war - Später allerdings verschloß sie sich, sie will nicht mehr daran denken.

Sollte Dir - uns - peinlich sein??? Haben wir davor gesoffen? Drogen genommen? Etwas gemacht, wo wir wußten, daß es für uns einen Anfall verursachen kann? Sollen doch die anderen mit den gleichen etwas ungünstigeren Karten ausgerüstet werden wie wir... und dann schauen wir, wie sie sich benehmen!

Habe allerdings viel Zeit gebraucht, um zu der Situation zu stehen. Freunde haben mir dazu geholfen: "es ändert doch nichts" (an das bisherigen Verhältnis). Und ich denke oft genug: "Zeigt doch, wie Ihr es besser machen könnt!"

Nichtdestoweniger die Information verbreiten, was passieren kann - jetzt praktisch nur noch Sprachblockaden - und wie darauf reagiert werden soll: mich einfach in Ruhe lassen!

Versuch tief zu denken: Du hast es nicht verschuldet!! Böshaftigkeit ist scharf zu verurteilen, auf kurzzeitige Hilflosigkeit sollen Dritten besonnen und freundlich zu reagieren.

alles Gute!

mezeg


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