Fokaler Anfall oder doch nur eine Aura?

mezeg, München, Sunday, 02.06.2013, 10:22 (vor 4824 Tagen) @ Marathon

Hallo Marathon,

solche Erlebnisse kenne ich auch. Zuerst ungutes Gefühl, dann "verschwommene Erinnerungen". Ist es wirklich irgendwann passiert und ich kann mich nicht präzis daran erinnern? Oder wird etwas aus verschiedenen Erinnerung-Bausteinen zusammengebastelt?

Ein Muster glaube ich "entziffert" zu haben, dürfte sich nicht auf eine einzelne Erinnerung basieren, sondern ein Mischmasch aus Einzelstücken + grundliche Einstellung dazu. Keine negative Erinnerungen, sondern typisch aus meiner Tätigkeiten: Ich wies immer auf die Notwendigkeit hin, mich möglichst ausführlich über die Problematik zu informieren, damit ich die Lösung möglichst passend programmieren kann.

Auf jedem Fall sehr ungünstig zu versuchen, die Erinnerung "scharf zu stellen", dann werden die Drähte gefährlich heiß. Und sie nochmals aufzurufen.

"Verschwommene Erinnerungen" sind mir schon auf dem Fahrrad passiert, sie nehmen ein Teil meiner Denkfähigkeit in Anspruch. Bin aber deswegen nie gefallen, einmal fuhr meine Tochter direkt hinter mir und hat wohl nicht einmal eine Unsicherheit wahrgenommen, sie hätte mich dann SOFORT angesprochen. Aber mit 200 KmH???

Und auch noch Sprachblockaden. Entweder bleibe ich auf einem bestimmten Wort stecken, kann es nicht ausdrücken und dann kein Wort mehr. Nicht einmal "wortlich" denken. Kann mehrere Minuten dauern. Die gerade verwendete Sprache spielt keine Rolle, ich kann nicht auf eine andere "ausweichen". Aber ich weiß - besser gesagt "fühle" - wer ich bin, wo ich bin, usw. Würde auch keinen Scheck unterschreiben.. :-D :-D :-D
In dem Fall verstehe ich aber, was gerade gesagt wird und kann mich auch mit Gesten mitteilen. Ich weiß nach dem "Vorfall" auch, auf welchem Wort ich stecken geblieben war.

Die andere Version: Ich nehme Gelesenes oder Gesprochenes nur als "unförmiges Brei" wahr. Ebenfalls unabhängig von der verwendeten Sprache. Ich kann aber "wortlich" denken, verstehe nur nicht, was anderen sagen. Ist es vorbei, weiß ich allerdings nicht, was gesprochen wurde. Könnte an einer Unfähigkeit des Kurzgedächnit liegen, ich bekommen oft die letzten Buchstaben bzw. Silben eines Worts mit aber ohne den Anfang kann ich nichts damit anfangen.

Ob ich in so einem Fall fähig wäre, etwas leserlich zu schreiben, weiß ich nicht. Die Gelegenheit ergab sich nie und ich weiß nicht, ob ich daran denken würde.

Nachher fühle ich mich oft etwas müde.

Habe mit dem Neurologen darüber gesprochen, auch weil meine Mutter Alzheimer hatte, und diese Angst nagt. Ist aber eindeutig epileptisch. Wenn es aber weniger oft als 6 x im Monat erfolgt und ich es zwar als "lästig" empfinde aber damit umgehen kann, gäbe es keinen Grund die Medikation zu ändern - was mir nur recht ist.

Wurde links-temporal operiert und es wurde in der Nähe des Sprachzentrums geschnipselt. Wurde vor der OP informiert, daß es getroffen werden könnte :-( :-( . Habe auch festgestellt, daß der Neuro-Chirurg im Wachstation nach meiner Sprachfähigkeit gefragt hatte. Der Chefarzt hat mich bei der Kontrollvisite gefragt, ob ich Linksänderin sei, was nicht eindeutig zu beantworten ist.

Ich kann mich aber nicht daran erinnern, solche Phänomenen als Vorwarnung vor den 3 GM-Anfällen im Wachzustand erlebt zu haben. Waren eher "Stromwellen", flaues Gefühl im Magen oder - nur empfundenes?? - Absacken des Kreislaufs. Vor der OP kamen die Anfälle nur nachts, also ohne Auren...

Nur meine Erfahrungen. Wir sind und empfinden es alle unterschiedlich.

mezeg


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