Automatisch als Schwerbeschädigt betrachtet?
Hallo Frank,
nein, böse bin ich Dir nicht. Die Umstände liegen aber anders.
Die Dame meinte es gut, wenn sie einen SB-Ausweis zu meinem Nutzen vermuteten. Bloß: Ich brauche ihn nicht. Und werde ihn deswegen nicht beantragen. Dieses Geld steht anderen zu.
GM-Anfälle hatte ich nach der OP nur dreimal. Und zwar immer zu Hause, in Sicherheit, ohne Zeugen bis auf das letzte Mal. Eine Welle durch den Kopf und ich wache etwa eine Stunde später wohlbehütet im Bett auf. Nie außerhalb. Da der Auslöser aber eine überhöhte Streßanfälligkeit ist und der Anfall in der "Relaxe-Phase" - wie der Neurologe sagt - erfolgt, bin ich für den Notfall gewarnt.
Seit bald zwei Jahren kein GM-Anfall. Die noch verbleibenden Störungen bestehen in leicher Übelkeit / Unruhe und / oder durch Aphasie: Ich kann mich ein paar Minuten lang nicht in verständlichen Worten ausdrücken oder verstehe die zu mir geäußerten Worten nicht. Ich verstehe Zeichen und Bewegungen, kann mich auch mit Gestik ausdrücken. Ich falle nicht, "spüre" vollkommen wer ich bin, wo ich bin, was ich will.
Und dies immer seltener und immer schwächer. Ja, Epilepsie sagt der Neurologe, da ich es als lästig aber gut handelbar empfinde, sieht er keine Notwendigkeit die Medikation zu erhöhen / umzustellen. Die Viersprachigkeit erfordert sowieso Gehirnschmalz.
Weil ich ab und zu unverständlich spreche, einen Behinderten-Ausweis beantragen? Ich würde es als Betrug empfinden. Ich brauche ihn nicht.
Vielmehr behindert sind Neffe und Nichten: zwei sind Asthmatiker und können keine Katze halten, eine andere wurde jetzt als allergisch auf Laktose und Weizen diagnostiziert. Und sie mag Milchprodukte und meine Kuchen so gerne! Ich experimentiere momentan mit einer "Kartoffel-Torte", schmeckt gut und braucht nicht einmal Butter.
Sie müssen tagtäglich mit diesen Allergien leben, der Neffe hat Konsequenzen gezogen: Er ist nun Facharzt für Allergologie...
Mehr Rücksicht im Beruf und Urlaub? Wozu? Ich bin Rentnerin.
Allergisch werde ich aber, wenn es um das Radfahren geht. Ich bin rational veranlagt und gehe vermeidbaren Risiko-Faktoren aus dem Weg. Eine hektische Diskussion mit heftigen Auseinandersetzungen? Ich gehe.
Der Neurologe war nie gegen das Radfahren. Vorausgesetzt, ich fahre mit Helm und nicht entlang befahrener Straßen. War sowieso immer meine Philosophie.
In seinem Bericht steht, daß ich Auto nicht fahren darf - oder präziser gesagt, daß ich keinen Führerschein habe.
Es steht aber auch "Die Patientin fährt gerne Rad". Er grinst immer amüsiert, wenn ich in voller Radmontur - und mit Helm natürlich - in seine Praxis auftauche, um ein Rezept zu holen.
Der Neuro-Chirurg, der mir den Schädel angebohrt hatte, ging viel weiter:
"Das Risiko ist in Ihrem Fall minimal, ein Anfall meldet sich sowieso über den Magen, Radfahren ist gesund, die Rolle der Lebensqualität darf nicht unterschätzt werden, grüßen Sie den Wald für mich!" Er radelt selber auch und so wie ich es verstehe: einfach weil es Freude und tiefe Entspannung bringt.
Wenn ich wirklich stürzanfällig wäre, könnte ich sowieso mitten auf dem Fußgängerübergang hinfallen. Soll ich vielleicht im Bett bleiben?
Habe früher ab und zu diese komische Unruhe auf dem Rad erlebt. Einmal radelte meine jüngere Tochter direkt hinter mir. Hätte ich die leichteste Zögerung oder sonstiges geändertes Verhalten gezeigt, hätte sie mich sofort gestoppt und angesprochen. Gemerkt hat sie nichts.
Gefallen bin ich nie, Zick-zack bin ich nie gefahren, ständige Beurteilung des Verkehrs immer gezielt und richtig - auch in einer Gruppe. Wollte mich vor kurzem von der Gruppe trennen, weil sie so unvernünftig fuhren, die ganze Straßenbreite in Anspruch nehmend und dabei noch miteinander ratschend und nicht auf dem Verkehr achtend. Mein Protest wurde von mehreren Mitradlern unterstützt und ab dem Moment radelten sie alle perfekt korrekt. Wer fuhr also richtig?
Im Jahr der OP fuhr ich "nur" an die 6.000 km. Vorletztes Jahr 9.180 km, letztes Jahr "nur" 7.000 km - langes Winter. Wie oft bin ich gefallen? Nie!
Morgen haben wir schönes Wetter. Ich werde eine von meinen Lieblingstouren machen, alleine weil es schöner und entspannter ist.
Ergebnis: 75 km... und eine Champagnertorte!
viele Grüße
mezeg
P.S. nein, böse bin ich nicht
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mezeg,
13.08.2013, 17:20
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Melusine,
13.08.2013, 18:01
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mezeg,
13.08.2013, 19:28
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Musica,
13.08.2013, 20:26
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14.08.2013, 09:21
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Mondenkind,
14.08.2013, 12:32
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Frank,
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hannerl,
01.10.2013, 20:22
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Andre,
03.10.2013, 18:39
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Andre,
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Melusine,
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