Medikamenteneinstellung

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 05.02.2014, 17:59 (vor 4575 Tagen) @ doriskreisbirne

Naja das ist ein komplexes Thema.

Zuerst schaut man, dass man möglichst gut die Art der Epilepsie bestimmen kann, denn für einige Formen helfen einige Wirkstoffe überdurchschnittlich oft, andere hingegen gar nicht. Dann sollte der Arzt, wie bei allen Medikamentenverordnungen, noch auf andere Faktoren, die den Patienten betreffen, achten, z.B. dass es sinnvoll sein kann, bei jemanden, der eh schon hohe Leberwerte hat, lieber ein Medi zu nehmen, das nicht auf die Leber geht.
Und dann muss man im Prinzip was auswählen, sehen ob's hilft und man es verträgt und wenn nicht was anderes versuchen.

Als messbaren Anhaltspunkt dafür, wie viel jemand tatsächlich Maximal bekommen könnte, sollte im Regelfall der Medikamentenspiegel zusammen mit anderen Blutwerten, die anzeigen, wie z.B. der Stoffwechsel beeinflusst wird, dienen. Es gibt zwar auch immer Hochrechnungen für den Durchschnittsmenschen, um beim Einstellen einen Anhaltspunkt zu haben, aber die Blutbilder können da helfen, das noch etwas individueller einzustellen.
Daneben gibt es natürlich aber auch nur schwer erfassbare größen, wie die Intensität von auftretenden Nebenwirkungen. Denn wenn ein Medi richtig gut hilft ist es natürlich auch ggf. eine Abwägung, wie viel Nebenwirkungen für jemand persönlich erträglich sind und ab wann man sagt, dass der Preis zu hoch ist und man etwas anderes ausprobieren möchte.

Und dann gibt es noch die Maxime, dass man zwar so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich verordnet bekommt. D.h. wenn man schon mit der halben Maximaldosis anfallsfrei ist, kann man zwar ggf. noch einen kleinen "Sicherheitspuffer" draufpacken, wenn's dafür einen Grund gibt und nix dagegen spricht, braucht aber nicht an die obere Grenze zu gehen und kann dafür den Körper schonen.

Das ist auch kein leichtes Thema für die Ärzte. Bei meiner letztes (erfolgreichen) Umstellung, die eine Ewigkeit gedauert hat und von einem Epilepsiezentrum geplant wurde, durfte ich deshalb regelmäßig zum Aderlass.

Frag ruhig einmal Deinen Arzt, weshalb er einen bestimmten Wirkstoff für Dich aussucht und Dir die Dosis vorgibt, die Du bekommst.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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