Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 23.03.2014, 10:56 (vor 4529 Tagen) @ girli95

Ich nehme Tegretal retard 900 mg pro Tag was denke ich schon relativ hoch ist.

Die Frage ist da weniger, was Du denkst, sondern was Dein Medikamentenspiegel im Blut sagt und wie gut Dein Körper - z.B. die Leber - damit klar kommt. Da reagiert nämlich jeder Körper komplett anders. Da solltest Du einmal mit Deinem Arzt drüber sprechen und Dir in Ruhe erklären lassen, was alle in Deinem Fall relevanten Blutwerte darüber aussagen.
900mg am Tag erscheint mir persönlich aber nicht als so unglaublich hoch, wenn ich lese, dass im Beipackzettel empfohlen wird, im Normalfall eine Tageshöchstdosis von 1600mg nicht zu überschreiten.

Ich denke darüber nach mein Medikament nach meinem Abitur im Sommer abzusetzen (natürlich langsam), weil ich glaube, dass ich vielmehr lernen muss, mit den Anfällen umzugehen bzw. sie "psychisch" zu unterdrücken, da sie bei mir meist immer in sehr emotionalen Situationen aufgetreten sind.

Was willst Du nach dem Abitur machen? Der Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung ist auch nicht ohne und da können Anfälle einem mitunter einiges erschweren. Normalerweise wartet man ja vor der langsamen Medikamentenreduktion einige Jahre Anfallsfreiheit ab.
Vielleicht solltest Du das ganze ja lieber umgekehrt angehen und Dir erst einmal Techni ken (ich hasse die Blacklist, die grundsätzlich jedes Wort, das n i k e enthält, nicht zulässt) aneignen, um emotionalen Stress für Dich besser verarbeiten zu können und erst dann, wenn Du Dich da besser gewappnet fühlst, an eine Reduktion denken.

Außerdem finde ich mein Medikament, auch wenn es die ANfälle bei der hohen Dosis weitgehen unterdrückt hat, sehr "kompliziert" weil es nicht verträglich mit anderen Medikamenten etc. ist.

Das Problem hat man bei eigentlich allen Antiepileptika, nur unterscheiden sich die Medikamente, mit denen es Wechselwirkungen geben kann.

Ich wollte Euch jetzt fragen, ob jemand mit dem Absetzen von Medikamenten Erfahrungen hat bzw. insbesondere beim Absetzen von Tegretal... Natürlich möchte ich das Absetzen langsam angehen, und wahrscheinlich unter ärztlicher Aufsicht aber ich wollte mich einfach einmal bei euch erkundigen...

Also ich hab nur Erfahrungen mit dem Absetzen von Medikamenten aus Umstellungen - und bei meiner letzten erfolgreichen hat die komplette Umstellung sehr lange gedauert und war von einem Epi-Zentrum durchgeplant mit vielen Pausen zwischen den Reduktionen/Aufdosierungen, um zu beobachten, ob was passiert oder nicht.

Und noch eine Frage habe ich... bevor ich Medikamente gegen die Anfälle genommen habe, hatte ich nur Absencen bei denen ich weitgehend (so halb) bei Bewusstsein war... Erst seit dem ich das Tegratal nehme habe (hatte) ich Grandmal- Anfälle (also richtig extreme wie ihr das sicher auch kennt... und immer nur Nachts...)

Was für eine Epilepsieform hast Du nochmal genau? Epilepsien sind nix zwingend statisches und ihr Erscheinungsbild kann sich auch im Laufe der Zeit verändern. Jeder Anfall kann etwas vom körpereigenen Schutzwall gegen Anfälle einreisen und es braucht viel Zeit, bis der Körper den wieder repariert hat. Drum denkt man im Normalfall auch erst nach vielen Jahren Anfallsfreiheit daran, die Medis evtl. langsam versuchsweise zu reduzieren.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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