Krimi und Epilepsie

mezeg, München, Tuesday, 14.10.2014, 09:46 (vor 4324 Tagen)

Hallo,

habe mir im Urlaub drei von diesen Krimis gekauft, die in meiner Heimat stattfinden. In einem davon gibt es eine Serie von Morden, die alle von einer gleichen schlimmen Art sind - Na ja, Krimi halt.

Die Polizisten lassen einen Täterprofil erarbeiten. Ergebnis:

"Intelligenter Mörder, der in gewissen Momenten Pulsionen gehorcht. Kann sich jahrelang normal benehmen und plötzlich von wiederholten Irrsin-Anfällen betroffen werden. Könnte inneren Stimmen gehorchen, die ihm das Töten befehlen. Alles hängt von der Krankheit, woran er leidet, z.B. einer schwerwiegenden Form von Schizophrenie oder temporaler Epilepsie."

Ich würde normalerweise denken, dieser Autor bastelt sich blindlings irgendeine Erklärung, um sein Buch spannend zu schreiben und Epilepsie ist doch so praktisch!

Die Autorin ist aber Dozentin im Gymnasium, recherchiert immer gründlich, basiert die Intrige auf Psychologie. Meistens auf einem schweren Erlebnis, manchmal hat man auch etwas Mitleid mit dem Mörder. Habe mehrere Krimis von ihr gelesen, nicht nur weil sie die Umgebung und das Milieu genau so präzis wie zutreffend beschreibt. Das Gebiet und seine Geschichte(n) kenne ich sehr gut. Sie bekommt immer sehr gute Kritiken.

Ich kann mir also schwer vorstellen, daß sie diesen Verdacht auf "schwere temporale Epilepsie" als möglichen Auslöser einfach so erfindet. Anderseits habe ich von so etwas nie gehört. Gibt es vielleicht doch erwiesene Ausnahmefällen?

mezeg

P.S. Der Mörder litt immerhin an Schizophrenie...


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