Neuling

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 12.01.2015, 18:15 (vor 4234 Tagen) @ Eifel2001

Wird immer so hoch dosiert bis es zu Nebenwirkungen kommt oder kann man auch mit einer möglichst geringen Dosis anfangen und dann abwarten ob er noch einmal krampft?

In der Regel geht man nach dem Prinzip so viel wie nötig, so wenig wie möglich vor, wobei man beim ersten Aufdosieren natürlich bedenken muss, dass man Medikamentenabhängig einen "Mindestlevel" erreichen muss, den Ärzte z.B. auf Grund von Tabellen, Gewicht, Faustformeln, ... abschätzen und dann mittels Blutbild kontrollieren können.

Einige Nebenwirkungen wie z.B. Müdigkeit sind am Anfang auch ganz normal und vergehen, wenn sich der Körper erst einmal an einen Wirkstoff gewöhnt hat.

Warum wird die modifizierte Atkins-Diät nur bei Fällen angeraten, die durch Medikamente nicht behandelbar sind?

Also zum einen liegen die Chancen einer dauerhaften Anfallsfreiheit durch Antiepileptika (vorausgesetzt man findet das passende für sich) bei rund 70%, wenn ich noch auf dem aktuellen Stand bin. Bei der ketogenen Diät (ich hab gerade nur Zahlen zur krassesten Epi-Diät-Form im Kopf), liegen die "erfolgsaussichten" (d.h. Aussicht auf Anfallsreduzierung was noch lange nicht Anfallsfreiheit bedeutet) bei rund 50%.
Und dann gibt's da noch ganze Reihe von Dingen, die auf eigentlich so ziemlich alle Diätformen zur Epilepsiebehandlung zutreffen, allen voran, dass sie verdammt schwer auf Dauer durchzuhalten, nicht unbedingt Nebenwirkungsfrei und nicht für jeden geeignet sind. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen unter anderem Erbrechen, Durchfall und Verstopfung. Außerdem können durch die erzwungen einseitige Ernährung auch Wachstumsstörungen auftreten. Und psychisch ist es auch nicht sehr schön (ich mein überleg mal, Du müsstest das Dein Leben lang durchhalten, dann wäre mitunter nicht einmal eine einzige Kugel Eis in der Waffel an einem heißen Sommertag drin).

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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