Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Thursday, 17.09.2015, 13:05 (vor 3986 Tagen) @ ruth-etc.

Hallo ruth-etc.

Dass es für andere ein enormer Trigger sein kann, dessen bin ich mir durchaus bewusst, deswegen gehe ich dem auch nicht mehr nach und versuche auf Teufel komm raus dort einen Platz zu bekommen, denn es bringt mir nichts, wenn ich anderen damit Schaden zufügen kann.

Was die Medikamente für mein Trauma angeht, so nehme ich diese nicht, denn sie bringen mir nichts. Meine unechten Anfälle habe ich durch das Niederschreiben meiner Gedanken und Gefühle in solchen Momenten besser in den Griff bekommen als durch etwaige Medikamente, die in der Regel alles verschlimmerten (da zahlt sich die Übertherapierung in meiner Kindheit aus, darüber reden wäre effektiver aber steht mir aktuell nicht zur Verfügung). Das einzige Problem was ich noch habe ist der Umgang mit der damit einhergehenden Wut, weswegen die Diagnose auch den Zusatz bekommen hat Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle. Alles was mir damals in meiner Kindheit hierzu eingetrichtert wurde zeigt keinerlei Wirkung.

Meine echte Epilepsie dagegen ist mit Keppra weitesgehend unter Kontrolle gebracht. Ich muss nur darauf achten, dass ich nicht bestimmten Lichtverhältnissen ausgesetzt bin (führt zu Absencen und manchmal zu Dejavus) und 1-2 Mal im Jahr habe ich aus unbekannter Ursache noch generalisierte Anfälle (mal mit und mal ohne Bewusstsseinsverlust).

Einer der Unterschiede zwischen beiden Anfallsformen ist bei mir, dass ich bei den unechten Anfällen sofort wieder klar im Kopf bin und mich nicht an das davor erinnern kann, egal wie sehr ich mich auch anstrenge. Bei meinen echten Anfälle dagegen bekomme ich u.a. den Drang zu fliehen, weil mir die Umgebung zu konfus erscheint und ich mich nicht wirklich reorientieren kann (dauert in der Regel dann auch entsprechend lang, ausgenommen bei den Absencen und wenn jemand dabei ist, dem ich vertraue).

Ein Psychologe meinte im Rahmen einer Maßnahme einmal zu mir, dass ich mich gesund selbst in Frage stellen kann und das ist u.a. ein Problem mit den bisherigen Psychotherapeuten gewesen. Ich hatte oftmals den Eindruck, dass sie damit überfordert sind und dennoch nach Schema F ihr eigenes Programm durchziehen wollen und das auf Teufel komm raus. Es bringt mir aber menschlich nichts, wenn ich immer auf der gleichen Stelle herumtreten muss um irgendwann später dann auch tatsächlich weiterkommen zu können. Ich weiß, dass ich damit nur lernen kann zu leben, es aber niemals vergessen werde, aber ich muss mir nicht einreden lassen, dass ich keine Ahnung hätte, dass das alles falsch wäre was ich bisher gemacht habe und ähnliches.


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