Ist euch eure Erkrankung auch manchmal peinlich?

Heidi, Sunday, 13.12.2015, 10:48 (vor 3899 Tagen) @ Candela
bearbeitet von Heidi, Sunday, 13.12.2015, 11:02

Ich konnte es zuerst gar nicht glauben!
Ich bin 41 Jahre alt und habe nur immer etwas verträumt und unaufmerksam gewirkt. Damit konnte ich ganz gut leben. >

Candela, als erstes möchte ich Dir sagen, dass man für Epilepsie nichts kann und sich erst recht nicht schämen muß.

Daher habe ich dem Arzt gegenüber auch versucht, das ganze runterzuspielen.
Habe gesagt, dass wenn ich mal gestürzt bin, ich an Kreislaufprobleme geglaubt habe.>

Das ist das erste typische Verhalten, man will es nicht wahrhaben, verdrängt alles und schiebt es auf alle anderen mögliche Krankheiten.

Ich erzählte auch ein paar nette Anekdoten aus meinem Alltag, wo ich mich mal wieder als Träumerin erwiesen habe.
Er wirkte ziemlich befremdet.
Was hatte ich auch erwartet? Vielleicht, dass er die Diagnose widerruft.

Ein Neurologe/Epileptologe sollte ein vertrauliches Gespräch zwischen Arzt und Patient aufbauen. Du solltest dem Arzt alles was Du weißt sagen, Anektoden sind wenig hilfreich. Nur dann ist eine Diagnose möglich. Gut wäre ein ausführlicher Anfallskalender, der für den Arzt sehr hilfreich sein kann.

Er hatte es jedenfalls ziemlich eilig, sich zu verabschieden. Rasselte schnell die Risiken und die Einnahmevorschriften des Medikaments runter, drückte mir ein Rezept und eine Überweisung zum MRT in die Hand.

Das ist ein großes Dilemma bei Arztbesuchen, aber Du mußt unbedingt Deine wichtigsten Fragen sagen. Es geht schließlich um Deine Gesundheit.

"Du hast Epilepsie? Echt?!"
Meine Freundin war entsetzt
Meine Bekannte war sehr befremdet. Drückte sich so aus, dass ich ja immer "etwas komisch" auf sie gewirkt habe. >

Du solltest Deiner Freundin und Deinen engsten Bekannten Deine Epilepsie erklären, Dich outen. Sie haben ja keine Ahnung von der Krankheit und haben evtl. sogar Angst um Dich.

Ich befürchte, wenn ich meinen Eltern davon erzähle, würden sie sich wahnsinnig aufregen. Mein Opa hatte nämlich zwei Jahre vor seinem Tod aufgrund von Durchblutungsstörungen mehrmals einen epileptischen Anfall.

Eltern reagieren hier besonders heftig. Denn sie haben von Epilepsie meistens noch nie etwas gehört. Hier hilft Aufklärung (Lektüre)

Wie geht ihr mit eurer Erkrankung um?>

Wie gesagt, man muss versuchen die Krankheit zu akzeptieren, offen mit ihr umgehen und einfach selbstsicher sein. Denn Epilepsie kann man gut behandeln, mit ihr kann man gut leben.
Vielleicht hilft Dir Meine HP, Hier sind Epilepsiearten und Möglichkeiten der Akzeptanz (Blog) beschrieben. : www.epilepsie-reutlingen.jimdo.com

Lieber Gruß
Heidi


gesamter Thread: