Ist euch eure Erkrankung auch manchmal peinlich?

Candela, Monday, 21.12.2015, 14:08 (vor 3891 Tagen) @ Candela
bearbeitet von Candela, Monday, 21.12.2015, 14:13

Ich danke euch für eure Antworten.

Es hat mir Mut gemacht zu lesen, dass ihr ganz gut mit eurer Erkrankung leben könnt und auch zum größten Teil mit eurer Familie und Freunden darüber gesprochen habt.
Ich glaube, es bringt weitaus mehr, offen zu seiner Epilepsie zu stehen als es zu verschweigen. Denn irgendwie baut man sich damit selbst einen gewaltigen Druck auf, immer mit der Hoffnung lebend, dass es ja niemand mitbekommt.

Bei mir sieht es nun so aus, dass ich mich wahrscheinlich vergeblich mit diversen Ängsten rumgeschlagen habe.
Ich habe seit meiner Diagnose sehr viel im Internet über Epilepsie gelesen und fing schon an, mich damit abzufinden. Hatte mir auch vorgenommen, dass Buch "Panthertage" von Sarah Elise Bischof zu lesen, einer jungen Frau, die sehr stark betroffen ist.

Jetzt allerdings scheint es ziemlich sicher zu sein, dass ich vor einigen Wochen eine Fehldiagnose bekommen habe! Was mich ziemlich schockiert, da der Neurologe mir ja schon Tabletten verordnet hat.

Letzte Woche hatte ich einen Termin bei einem anderen Neurologen. Diesen Termin hatte ich bereits vor Monaten vereinbart, einfach, weil mir eine zweite Meinung wichtig war.
Nachdem der Arzt mich untersucht hatte, meinte er, dass zumindest momentan nichts auf eine Epilepsie hindeute.
Da ich aber von Bewusstseinsstörungen berichtete, gab er mir eine Überweisung zum MRT.
Seiner Ansicht nach dürfe ich mich auch weiter hinters Steuer setzen, wenn ich noch nie Konzentrationsprobleme im Straßenverkehr gehabt habe.

Heute Morgen bestätigte sich für mich noch mehr, dass der erste Neurologe wohl eine Fehldiagnose gestellt haben muss.
Ich hatte einen Termin beim Zahnarzt und fragte ihn, ob er eigentlich oft solche Verletzungen an der Zunge durch nächtliches Beissen wie in meinem Fall sehe.
Er erklärte mir, dass ich mir nicht die Zunge kaputtgebissen habe, sondern mir die Verletzungen durch Pressen der Zunge gegen die Zähne zugefügt habe. So etwas sei typisch bei Patienten, die lange Zeit einen Fehlbiss haben.

Ich finde, Ärzte sollten nicht vorschnell so eine weitreichende Diagnose stellen.


gesamter Thread: