Lamotrigin gegen Vitamin D???

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 24.04.2016, 11:57 (vor 3766 Tagen) @ mezeg

Es gibt einige Wirkstoffe, die sind sogenannte Vitamin-D-Antagonisten und wirken sich z.B. auf die Abbaugeschwindigkeit von Vitamin-D im Körper aus. Oxcarbazepin zählt meines Wissens nach z.B. dazu. Deshalb gibt es ja auch Studien (z.B. von Dr. Krämer und Co), in denen unter gewissen Medikamenten eine leicht erhöhte Fallzahl von Osteoporose nachgewiesen werden konnte.
Was den Vitamin-D-Mangel angeht, sollte man aber immer bedenken, da es wirklich gerade in Mode ist, alles mögliche pauschal auf Vitamin-D-Mangel (unabhängig von einem Nachweis wie bei Dir) zurückzuführen:

1) Den haben auch viele gesunde Menschen in unserer Gesellschaft, da unsere Lebensweise uns wenig direktem Sonnenlicht aussetzt und gerade im Winter ist der durchaus verbreitet.
2) Die Experten streiten nach wie vor darüber, was denn nun wirklich ein Mangel ist. Ich glaube offiziell sind wir aktuell wieder bei 20 Mikrogramm Bedarf pro Tag bei Erwachsenen (bitte nagel mich nicht drauf fest, falls sich das schon wieder geändert haben sollte).
3) Nur weil man viel draußen an der freien Luft ist, wirkt sich das noch nicht positiv auf die Produktion von Vitamin-D aus. Das benötigte UVB-Licht wird z.B. von Sonnenschutzcreme herausgefiltert. Jemand im Schatten ohne Sonnenschutzcreme bekommt dadurch leicht mehr davon ab als jemand mit Sonnenschutzcreme in der prallen Sonne. Wenn wir bei Kälte unterwegs sind, eingemummt in Jacke, Schal und Handschuhe, bekommt nur unser Gesicht die Sonne ab, also läuft auch nur ein Teil der Vitamin-D-Fabrik unter unserer Haut so richtig rund - und es braucht auch ein klein wenig, bis die Produktion in Gang kommt, auch wenn da unser Körper wirklich sehr effizient ist.
4) Bei Vitamin D kommt es mehr auf die Regelmäßigkeit als auf die Länge an, mit der wir das Sonnenlicht abbekommen. Ca. nach einer halben Stunde in der Badehose in der prallen Sonne am Strand fährt der Körper bereits die Produktion drastisch herunter, weil er dann "genug" hat. Er kann zwar Vitamin-D im Fettgewebe speichern und so z.B. einen Vorrat für den Winter im Sommer anlegen, aber das geht nur langsam voran.
5) Je nach Wohnort/Breitengrad und Jahreszeit ist der Winkel zur Sonne so ungünstig, dass im Prinzip ein Großteil des UVB-Lichts bereits von der Atmosphäre verschluckt wird. Darunter zählt im Winter so ziemlich jede Ecke in Deutschland.
6) Dunkle hauttypen Filtern mehr UV-Licht heraus, bevor es unser Vitamin-D-Fabriken erreicht, als helle Hauttypen, brauchen also oft länger für die Produktion derselben Menge.
7) Es gibt noch eine ganze Liste von weiteren möglichen Faktoren, die sich darauf auswirken können, aber das wäre hier jetzt zu viel.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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