Extrem peinliche Situation erlebt...
Liebe Alina,
ich kann es Dir sehr wohl nachfühlen. Vor der OP in 2010 erfolgten die GM-Anfälle nachts und ich wachte im naßen Bett auf. Beim meinen Alter denkt man gleich an Anfang von Alzheimer (meine Mutter war davon betroffen) oder ähnlichem und ich schämte mich der Ärztin davon zu berichten und Zeit verlor. Weil ich aber immer aus einem "dunklen Schlaf" erwachte, habe ich es schließlich gemacht. Antwort: "ich sollte abends weniger trinken!" - sehr hilfreich - So wurde die Tumor-Diagnose um 6 Monate verschoben. Nach der OP kamen noch GM-Anfälle tagsüber aber zu Hause und "trocken". Der letzte davon in Anwesenheit meiner jüngeren Tochter, vollkommen überrascht. Sie rief den Sanka an und leider auch die ältere Schwester, die früher Sanka-Fahrerin war und mich sehr autoritär rumkommmandierte, hinderte mich sogar genug eigene AE zum Spital mitzunehmen.
Nach höherer Einstellung ging es eine Weile gut, bis ich dieses Jahr zwei GM-Anfälle bekam, jedesmal nach einem durch Fremdverschulden verursachten Sturz vom Fahrrad. Das erste Mal in Anwesenheit einer sehr kleinen Gruppe vom Radverein. Davon eine Bekannte, die wenn auch sehr vage informiert, perfekt reagiert: mich mit Hilfe der anderen Teilnehmern hingelegt, Sanka angerufen und berichtet, mein Fahrrad festgemacht, sogar den Kilometerzähler in meine Tasche gesteckt.
Das zweite Mal alleine in der Stadt. Im Schockzustand nach dem Sturz ging ich noch zu Fuß, bis ich ein Gruppe Fußgänger kreuzte. Erst dann der Anfall - weil ich instinktiv wußte, in einer Gruppe mehrerer Leute sicherer zu sein, als mit einem einzelnen, der vielleicht selbst hilflos bleibt oder gar meine Situation ausnützt? Verletzt habe ich mich nie, nach der OP blieb ich immer "trocken".
Die Lage ist wieder klar, aber die Angst wieder einen Anfall "draußen" zu bekommen, nagt noch an meiner Sicherheit. Eine Reise nach Frankreich habe ich abgesagt, die Angst in der Pariser Metro einen Anfall zu bekommen könnte sogar einen verursachen.
Also komme ich Schritt nach Schritt weiter. Wie bei Dir kurze Erklärung in meiner Tasche, wieder aufs Rad - weil es für mich Medizin für alles bedeutet, Handy auf Pre-Paid umgestellt. Ich versuche jetzt mich zu einer kleinen viertägigen Radtour zu überzeugen. In weiter Ferne eine Reise nach Frankreich, es gäbe die Möglichkeit in Straßburg umzusteigen und direkt in diesem Bahnhof den Zug nach Tours zu nehmen und da einen weiteren zu meinem Ziel finden. Würde die Fahrzeit deutlich verlängern, wenn ich mich aber sicher fühle, ist es mir wert.
Bei Deinem Fall ist es durch Einäßen und Behandlung mit dem Zäpfen besonders belastend. Immerhin an der "zweit-sicheren" Stelle: Bei einem Arzt - Ärztin noch besser, unter Geschlechtsgenossen - in einem Ort, wo Du sofort fachmännische Behandlung bekamst. Im Wartezimmer? Klar, sehr unangenehm. Es ist davon auszugehen, daß die Leute recht erschrocken war aber froh von solchen Problemen nicht belastet zu sein. Noch wichtiger und sicher: Die Ärztin hat die Leute sofort aus dem Wartezimmer gesscheut, sie hätten sowieso erheblich gestört! Wenn sie einen Patient behandelt, braucht sie keine Zuschauer. Noch dazu als Urologin.
Wenn Du wieder hingehst, wird man Dir feinfühlig fragen, wie es Dir geht oder es vielleicht gar nicht erwähnen. Denk wie ein Patient mit Syphilis oder ähnlicher Krankheit sich fühlt...
Versuche Schritt nach Schritt voranzukommen. Bei der Urologin warst Du sowieso in Streßsituation aber irgendwann muß Du doch wieder hin. Zu einem fremden Facharzt war es nicht besser eher umgekehrt. Wie wäre es, wenn Du mit der Urologin telefonisch sprichst? Ich bin sicher, daß sie den Vorfall mit Dir einfühlsam und sachlich bespricht.
Kopf hoch! Laß Dich nicht von dieser dämmlichen Epilepsie klein kriegen. Du hast keine Schuld dran.
Alles Gute!
mezeg
Könntest es sein, daß Du - wie ich - einen Anfall nur bekommst, wenn die Umstände einigermaßen sicher sind: Deine Eltern oder eben Arztpraxis? Da wo Du Hilfe bekommen wirst?
Noch etwas: in einem Sozialzentrum meiner Umgebung hatte ich einen Vortag mit Epilepsie angeregt. Fragen natürlich dazu. Eine Frau in meinem Alter erwähnte eben dieses Problem mit dem Zäpfchen, ihr Mann litt neuerdings unter Epilepsie. Er war anwesend, fühlte sich in Anwesenheit Fremden nicht gedemütigt. Dabei bis auf mich nur "normale Leute".
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Alina1998,
08.05.2016, 23:20
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mezeg,
09.05.2016, 09:40
- Extrem peinliche Situation erlebt... - sandytimmy, 09.05.2016, 12:16
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mezeg,
09.05.2016, 13:58
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Alina1998,
09.05.2016, 15:39
- Extrem peinliche Situation erlebt... - lyrella, 09.05.2016, 18:08
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Alina1998,
09.05.2016, 15:39
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Sandra1979,
10.05.2016, 19:09
- Extrem peinliche Situation erlebt... - Alina1998, 11.05.2016, 23:48
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Sommeil,
12.05.2016, 21:22
- Extrem peinliche Situation erlebt... - Ellox, 14.05.2016, 12:27
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mezeg,
09.05.2016, 09:40