Verhalten nach OP

Anton, Saturday, 17.09.2016, 22:20 (vor 3620 Tagen) @ Schnuffel87
bearbeitet von Anton, Saturday, 17.09.2016, 22:23

Hallo,

ich bin vor 10 Jahren am rechten Temporallappen bei Hippocampus-Sklerose operiert worden und kann mich noch daran erinnern, dass es gut 2 Jahre gedauert hat, bis ich wieder voll einsatzfähig war.

Die OP ist in Bethel erfolgt, danach war ich 5 Wochen in der benachbarten Reha-Klinik. Ärzte und Pflegemitarbeiter haben uns deutlich zu verstehen gegeben, was sein darf und worauf wir besser verzichten sollten. Zum Beispiel körperliche Leistungen: Es sollte auf keinen Fall mehr als ein Gewicht von 4 kg getragen werden. Wie Du das mit der Arbeit in einer Milchverkaufsstelle einhalten willst, weiß ich nicht. Uns ist empfohlen worden, auf die Signale des Körpers zu hören und dementsprechend zu reagieren.

Unten der Bericht, den ich vor einigen Jahren an anderer Stelle verfasst habe.

Liebe Grüße

Anton

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Tipps für das Verhalten nach dem Eingriff

ich glaube, diese Frage relativ ausführlich beantworten zu können. Ich gehe davon aus, dass dir eine Operation bevor steht. Viele haben den Irrglauben, dass danach sofort wieder alles geht.

Mir ist über einen Zeitraum von 6 Wochen vor und nach der Operation immer wieder eingeflößt worden, wie ich mich danach zu verhalten habe, damit es nicht wieder zu Anfällen kommt. Es sind mir Patienten vorgestellt worden, die postoperativ wegen neuer Anfälle wieder in der Klinik waren, weil sie bestimmte Regeln nicht eingehalten hatten.

Mir ist immer wieder gesagt worden, dass gerade Patienten im Alter zwischen 18 und 30 nicht mit der neuen Freiheit umgehen können. Sie wollen das in drei Jahren nachholen, was sie in den letzten 10 Jahren versäumt haben. Der größte Wunsch ist der Führerschein. Obwohl dann die Mittel nicht vorhanden sind, wird ein Auto gekauft. Der Druck, dem man sich damit aussetzt, führt zu Anfällen.

Weibliche Patienten wollen gerne eine Familie gründen und sofort Kinder haben. Es gibt noch jede Menge anderer Beispiele, sie hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Pauschal kann gesagt werden, wer sich nach der OP zu sehr unter Druck setzt, tut sich keinen Gefallen und läuft Gefahr, wieder Anfälle zu bekommen.

Wer meint, ganz schnell von dem Medikamten loszukommen, gehört meistens nicht zu den Patienten, die anfallsfrei bleiben. Während in der Literatur viel von ein oder zwei Jahren zu lesen ist, die die Medikamente noch weiter genommen werden müssen, ist es individuell ganz unterschiedlich. Ich bin vor gut 7 Jahren operiert worden, anfalls- und aurenfrei, nehme weiterhin die Medikamente, obwohl das EEG völlig unauffällig ist. In meinem Fall ist es eine Sondersituation, ich habe seit September 2008 ein gebrochenes Genick nach Densfraktur, mein Kopf wird von 4 Titanschrauben gehalten, die Verknöcherung ist noch nicht abgeschlossen. Da ist mir das Risiko, einen Anfall zu bekommen, zu groß. Aus dem Grunde nehme ich die Medikamente weiterhin.

Arbeitsrechtlich abgesegnet und aus der Sicht der Krankenkassen geht man bei Operationen am Kopf mit der beruflichen Eingliederung wie folgt vor. Gleiches liegt als Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) sowie von namhaften Epileptologen vor, die diese Regelung befürworten.

Nach der Operation sollte der Patient einige Monate krankgeschrieben sein. Der nächste Schritt ist eine Halbtagsstelle. Danach kann er, wenn sonst nichts dazwischen kommt, wieder voll arbeiten. Für diese Schritte gibt es öffentliche Programme, die den Arbeitgeber unterstützen, damit er mitspielt.

Obwohl ich ein paar Tage nach der Operation schon wieder weite Strecken am Tag laufen konnte, hat es mindestens zwei Jahre gedauert, bis ich wieder die Kraft von vorher wieder hatte. Ich habe mir bewusst Zeit gelassen und mich nicht in Bedrängnis bringen lassen. Diesen Zeitrahmen kann ich nach dem eigenen Empfinden nur bestätigen.

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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