Selbst aktiv werden, Perspektiven schaffen

podi, Sunday, 22.01.2017, 20:22 (vor 3492 Tagen) @ Anton

Zuerst, ich bin Epileptiker, was sonst?
Das ist doch kein Schimpfwort, nichts tragisches
Ich bin schwer gegen diese Verniedlichungen. "Anfallskranker oder so, das klingt nur furchtbar. Was hab ich für Anfälle, Epileptische
Also hat man wenigstens ein kleines bisschen Selbstbewusstsein, sagt man das man Epileptiker ist. Man braucht sich einfach als Betroffener damit auseinandersetzen, dann kann man auf Fragen antworten und Vorurteile abbauen.
Ich würde meinem Kind nie erlauben "Anfallskrank" oder sonstwas zu sagen. Gerade solche Umschreibungen muss ich begründen, was erst recht erniedrigend ist, zeigt das man sich damit nicht auseinandersetzt. Also bitte liebe Epileptiker, sagt einfach das ihr solche seid.
Dann als zweites, ich hatte die letzten Jahre schwere Depressionen, die rein gar nichts mit der Epilepsie zu tun haben. Die sind noch im abklingen und da ist es eben ein sehr eigenartiges Gefühl, auf die Anfälle regelrecht zu warten. Ansonsten bin ich mit mir und der Epilepsie völlig im reinen, brauch kein Mitleid. Im Gegenteil, ich stehe schon mein ganzes Leben dazu, sag das ich eben Epileptiker bin. Na und ist doch nichts schlimmes, braucht sich niemand dafür zu schämen.
Ich lebe auch mein Leben so normal wie vor der OP, hab mich nie wo eingeschränkt. Einzig die neuen Lebensumstände sind noch sehr gewöhnungsbedürftig.
Da komm ich ohne Therapeutin sowieso nicht aus.


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