Tiefe Depressionen

Perchen, Saturday, 18.01.2020, 17:46 (vor 2401 Tagen) @ Aram

Hallo Aram,
ich hatte immer so eine "Was wäre wenn" Phase nach den Anfällen. Hatte mal einen im Treppenhaus und hätte ich zwei Schritte weiter gemacht, dann wäre ich halt krampfend die Treppe runtergeseglt. Einmal bin ich auf unserem Küchenfußboden in einem Scherbenmeer aufgewacht. Naja jedenfalls kamen dann immer die Gedanken... was wäre wenn du die Treppe runtergefallen wärst, was wäre wenn ich vom Rad falle, was wäre wenn ich nun auf dem Bahnsteig krampfe... usw. Mein Exfreund hat da leider viel zu beigetragen durch seine eigenen was wäre wenn Gedanken... Irgendwann habe ich dann beschlossen, dass das Leben zu kurz ist für solche Gedanken und ich es eh nehmen muss, wie es kommt. Klar kann ich mich darum kümmern, dass ich keine zusätzlichen Risikofaktoren dabei sind. Trotzdem musste ich für mich einen Weg finden wie Epilepsie und meine Psyche zusammen einen Weg finden können, mit dem ich glücklich leben kann. Mein Freund unterstützt mich wo er nur kann und jeder Anfall der kürzer, klarer ist als die anderen vorher sind ein kleiner Erfolg. Jeder Monat anfallsfrei sein ist ein Erfolg. Klar kommen die Rückschläge, wenn ein neuer Anfall kommt, aber ich glaube fest daran, dass es irgendwie wird. Und ich motiviere mich jedesmal vom neuem und erinnere mich an soo viele schöne Augenblicke, die trotzdem gingen und genieße die Zeit einfach so gut ich es eben mit der Epilepsie eben kann.
:-)
LG


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